Ukraine-Krieg: Selenskyj nennt Haushaltsloch "astronomisch"

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Ukraine - Russland wählt im Schatten seines Angriffskrieges gegen die Ukraine von heute (Freitag) bis Sonntag ein neues Parlament.

Auf dem Wahlzettel in Russland stehen nur Unterstützer von Kremlchef Wladimir Putin (73).
Auf dem Wahlzettel in Russland stehen nur Unterstützer von Kremlchef Wladimir Putin (73).  © Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat die Russen aufgefordert, mit ihrer Stimmabgabe einen Beitrag zum Sieg des Landes zu leisten.

Deshalb gilt der schon vorab von Kritikern als unfair bezeichnete Urnengang vor allem als ein Referendum über die Fortsetzung der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Invasion. 

Aufgerufen sind mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen zur Wahl von 450 Abgeordneten für die neue Staatsduma in Moskau. Die Opposition ist nicht zugelassen. Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah - und Unterstützerinnen des von Putin befohlenen Kriegs.

Russischer Raketenangriff zerstört Lager von deutscher Firma Liqui Moly - auch Puma betroffen
Ukraine Russischer Raketenangriff zerstört Lager von deutscher Firma Liqui Moly - auch Puma betroffen

Gegen den Protest der Ukraine wird die Wahl erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Putin, der stets kritisiert, dass die Ukraine anders als Russland in Kriegszeiten keine Wahlen abhält, will damit seinen Gebietsanspruch auf die bereits in der Verfassung verankerten Regionen untermauern. Zum wiederholten Mal dabei ist die bereits 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

18. September, 22.22 Uhr: Selenskyj nennt ukrainisches Haushaltsloch "astronomisch"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Haushaltsloch seines Landes als "astronomisch" bezeichnet.

"Wir arbeiten an einigen Vorschlägen, um das von mir angesprochene Defizit zu beheben – das, unter uns gesagt, astronomisch ist", sagte Selenskyj Journalisten bei dem von ihm einberufenen Gipfel von Karpaten-Staaten im westukrainischen Gebiet Iwano-Frankiwsk. Es gebe bereits einige Vereinbarungen. 

Selenskyj berief sich dabei auf ein Telefonat vom Donnerstag mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, nachdem Brüssel Kiew weitere 3,3 Milliarden Euro überwies. Diese sollen dem Staatschef zufolge sofort in die Produktion von Drohnen und Raketen fließen. Die genaue Höhe des Haushaltslochs nannte er nicht. Im August hatte der Präsident es noch mit umgerechnet rund 23,5 Milliarden Euro beziffert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat das Haushaltsloch seines Landes als "astronomisch" bezeichnet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat das Haushaltsloch seines Landes als "astronomisch" bezeichnet.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

18. September, 14 Uhr: Merz drängt EU-Partner zu mehr Ukraine-Hilfe

Bundeskanzler Friedrich Merz appelliert an die Regierungen anderer EU-Staaten, mehr Geld für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland bereitzustellen.

"Bei der Unterstützung der Ukraine ist ein stärkeres Engagement anderer Mitgliedstaaten sowohl angemessen als auch dringend erforderlich", schreibt der CDU-Politiker in einer gemeinsamen Erklärung mit den Regierungschefs von Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Finnland. Gemeinsam mit Schweden leisten die fünf Länder nach eigenen Angaben derzeit rund 70 Prozent der bilateralen Ukraine-Hilfe der EU-Staaten.

18. September, 13.59 Uhr: Tote nach russischen Angriffen im Gebiet Schytomyr

Durch russische Angriffe sind im Gebiet Schytomyr westlich von Kiew mindestens zwei Menschen getötet worden.

Zwei weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region, Witalij Bunetschko, mit. Den Angaben zufolge wurde ein ziviles Unternehmen auf einem Industriegelände im Landkreis Korosten angegriffen. Brände in Lagerhallen und Produktionsstätten seien gelöscht. Korosten liegt etwa 125 Kilometer westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Russland nimmt immer wieder auch westlich der Hauptstadt Kiew gelegene ukrainische Regionen ins Visier. Bei einem neuen Luftangriff gab es im Gebiet Schytomyr Opfer zu beklagen.
Russland nimmt immer wieder auch westlich der Hauptstadt Kiew gelegene ukrainische Regionen ins Visier. Bei einem neuen Luftangriff gab es im Gebiet Schytomyr Opfer zu beklagen.  © Ukrainian Emergency Service/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

17. September, 22.12 Uhr: Russlands Parlamentswahl für Putins Krieg hat begonnen

In Russland hat die erste Parlamentswahl seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine begonnen. In dem flächenmäßig größten Land der Erde mit seinen elf Zeitzonen öffneten zuerst auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka die Wahllokale.

Aufgerufen sind bis Sonntag mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen zur Wahl von 450 Abgeordneten für die neue Staatsduma in Moskau. Die Opposition ist nicht zugelassen. Erste Ergebnisse werden nach Schließung der letzten Wahllokale in Kaliningrad (früher Königsberg) am Sonntag um 20 Uhr erwartet.

17. September, 22.08 Uhr: Selenskyj kündigt neue Gespräche mit den USA an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat baldige Gespräche mit den USA angekündigt. Dabei werde es um Aussichten auf eine Friedenslösung gehen, aber auch um Energie, Ernährungssicherheit und Waffen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Es wird neue Hilfspakete für die Ukraine geben, insbesondere bei der Flugabwehr."

Der Präsident nannte indes keine Details, wann und mit wem von US-Seite gesprochen werde. Selenskyj reist aber kommende Woche zur UN-Generalversammlung nach New York. Anfang September hatten Unterhändler von US-Präsident Donald Trump (80) zuerst Moskau und dann Kiew besucht. Ein Ausweg aus dem seit viereinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg zeichnete sich aber nicht ab. Moskau stellt weiter Bedingungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bleibt in den USA weiterhin am Ball.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bleibt in den USA weiterhin am Ball.  © Jeff McIntosh/The Canadian Press via AP/dpa

17. September, 21.08 Uhr: Tusk rechnet mit Drohnen- und Raketenangriffen aus Russland

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (69) rechnet für die kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine wie auf ihre Unterstützer.

Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten - darunter Polen. Das sagte Tusk im polnischen Parlament in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. 

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (69) erwartet größere Probleme mit Russland.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (69) erwartet größere Probleme mit Russland.  © Roland Schlager/APA/dpa

17. September, 13.46 Uhr: Moskau und Kiew tauschen erneut Soldatenleichen aus

Die Ukraine und Russland haben erneut Leichen von Soldaten ausgetauscht.

Nach Angaben des für Kriegsgefangenenbelange zuständigen ukrainischen Stabes erhielt Kiew 252 Leichen "von Bürgern der Ukraine, darunter von Wehrdienstleistenden" zurück. Der Moskauer Seite wurden Medienberichten zufolge die sterblichen Überreste von 23 russischen Soldaten übergeben. Der Leichenaustausch kam demnach unter Vermittlung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zustande.

An welchem Ort die Übergabe stattfand, wurde nicht mitgeteilt.

17. September, 11.22 Uhr: Russische Drohnen töten Kapitän im Schwarzen Meer

Bei einem russischen Drohnenangriff im Schwarzen Meer ist nach ukrainischen Angaben der Kapitän eines zivilen Schiffes getötet worden.

Der Mitteilung des Transportministeriums zufolge wurden drei weitere Besatzungsmitglieder verletzt. Das Schiff sei unter der Flagge Tansanias gefahren. Der technische Schiffszustand werde derzeit untersucht. Zur Ladung und zum Ziel der Fahrt machte das Ministerium keine Angaben.

Bei einem russischen Angriff wurde ein Schiffskapitän getötet. (Symbolbild)
Bei einem russischen Angriff wurde ein Schiffskapitän getötet. (Symbolbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

17. September, 6.16 Uhr: US-Kongress beschließt Gesetz für Russland-Sanktionen

In den USA hat nach dem Senat auch das Repräsentantenhaus für ein Sanktionsgesetz gestimmt, um Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck zu setzen.

Das Gesetz ist damit noch nicht in Kraft und geht zur Unterzeichnung an US-Präsident Donald Trump (80).

16. September, 22.33 Uhr: Selenskyj erwartet neue Rüstungshilfen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet neue westliche Unterstützungspakete, darunter vor allem Mittel zur Flugabwehr.

"Wir bereiten neue Treffen mit unseren Partnern in den USA vor", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Bei den Beratungen werde es um Schritte hin zu einem Frieden mit Kriegsgegner Russland, die Probleme der ukrainischen Energiewirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Waffen gehen. Es seien auch Gespräche über das in Entwicklung befindliche System zur Abwehr ballistischer Raketen Freyja geplant.

16. September, 19.33 Uhr: Russischer Angriff zerstört Lager von Selenskyjs Medienfirma

Bei einem russischen Drohnenangriff ist ein Lager in Kiew mit dem Fundus des von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mitgegründeten Medienunternehmens "Kvartal 95" zerstört worden.

"Damit haben wir eine große Menge an Kulissen, Kostümen und Gegenständen verloren, die zwanzig Jahre lang Teil unserer Konzerte, Fernsehsendungen, Filme und Serien waren", teilte das Unternehmen bei Facebook mit. Das seien nicht nur einfach Dinge, sondern die Geschichte des "Kvartals". Verletzte habe es bei dem Angriff in der ukrainischen Hauptstadt in der Nacht zum Mittwoch nicht gegeben.

Die Russen setzen ihre Angriffe gegen Kiew unvermindert fort.
Die Russen setzen ihre Angriffe gegen Kiew unvermindert fort.  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

16. September, 18.01 Uhr: Parlamentswahl wird laut Putin Beitrag zum Sieg Russlands

Der russische Staatschef Wladimir Putin (73) stellt die kommende Parlamentswahl als Symbol der Einigkeit seines kriegführenden Landes dar.

"Die Teilnahme an den Wahlen ist unser gemeinsamer Beitrag zum Sieg Russlands", sagte er in einer Videoansprache. Die Wahl solle zeigen, "dass hinter unseren Kämpfern Millionen Menschen stehen, dass wir ein geeintes Volk sind", sagte Putin. Er gehe davon aus, dass die "würdigsten Kandidaten" gewinnen. 

Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) erwartet weiterhin einen Sieg der Russen in der Ukraine.
Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) erwartet weiterhin einen Sieg der Russen in der Ukraine.  © Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

16. September, 16.12 Uhr: Zweieinhalb Wochen "Held Russlands" - General tot

Zweieinhalb Wochen nach seiner Auszeichnung als Held Russlands ist ein russischer General im Ukraine-Krieg getötet worden.

Der Tod von Generalmajor Anton Grunis, Kommandeur der 4. motorisierten Garde-Schützenbrigade, wurde von russischen Militärbloggern und von dem tschetschenischen General Apti Alaudinow auf Telegram bestätigt.

Titelfoto: Danylo Antoniuk/AP/dpa

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