Ukraine-Krieg: Selenskyj schickt Verhandlungsteam in die USA

Ukraine - Nach dem Rücktritt seines Bürochefs Jermak hat der ukrainische Präsident Selenskyj einen neuen Verhandlungsführer für die Beendigung des Krieges bestimmt. Die Gespräche laufen in den USA.

Anwohner in Kiew suchen Schutz in einer U-Bahn-Station.  © Photo by SERGEI GAPON / AFP

Die USA und die Ukraine diskutieren am heutigen Sonntag im US-Bundesstaat Florida Wege für ein Ende des russischen Angriffskriegs.

Ursprünglich hatte der Bürochef von Selenskyj, Andrij Jermak, die Verhandlungen geführt; er trat allerdings am Freitag zurück, nachdem Korruptionsermittler seine Wohnräume durchsucht hatten. Selenskyj hatte deshalb die Verhandlungsdelegation per Dekret neu gefasst.

Derweil hat Russland in der nacht erneut Ziele in der Ukraine angegriffen. Bei einem Angriff auf die Stadt Wyschhorod kam eine Person ums Leben, elf weiterer wurden verletzt.

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30. November, 7.15 Uhr: Selenskyj schickt Verhandlungsteam in die USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sein Verhandlungsteam in die USA zu Gesprächen über ein Ende des russischen Angriffskrieges entsandt.

Er ernannte nach dem Rücktritt seines Bürochefs Andrij Jermak per Dekret Rustem Umjerow, den Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und Ex-Verteidigungsminister, zum neuen Verhandlungsführer. Auch Umjerows Name fiel schon im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen, er wies aber jede Beteiligung zurück.

Das Team solle am Abend in den USA ankommen, sagte er in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Selenskyj erklärte, "es ist durchaus realistisch, in den nächsten Tagen die Schritte zu finalisieren, um zu bestimmen, wie der Krieg würdig beendet werden kann".

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Das Team mit Delegationsleiter Rustem Umjerow solle am Abend amerikanischer Zeit in den USA ankommen.  © Photo by JOHN THYS / AFP

30. November, 7.02 Uhr: Ein Toter bei russischen Drohnenangriffen nahe Kiew

Bei russischen Drohnenangriffen nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben des örtlichen Regionalgouverneurs ein Mensch getötet worden.

Bei den Angriffen auf die Stadt Wyschhorod seien zudem elf Menschen verletzt worden, darunter ein Kind.

29. November, 17.45 Uhr: Ölterminal in Russland und Tanker bei Angriff beschädigt

Die Ukraine hat nach russischen Angaben bei einem Angriff mit Seedrohnen ein international wichtiges Ölterminal im Schwarzmeerhafen Noworossijsk schwer beschädigt.

Eine Anlegestelle des Terminals sei nicht mehr nutzbar, teilte das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) mit. Das Unternehmen sprach von einer "zielgerichteten Terrorattacke mit unbemannten Booten". Die Ukraine setzt solche mit Sprengstoff beladenen Wasserfahrzeuge – Seedrohnen – immer wieder gegen russische Ziele ein.

Der Hafen von Noworossijsk wurde angegriffen. (Archivbild)  © ---/AP/dpa

29. November, 17 Uhr: Selenskyj - Verhandlungsteam mit Umjerow unterwegs in die USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sein Team für Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges in die USA entsandt.

Das Team mit Delegationsleiter Rustem Umjerow sei bereits auf dem Weg. Es müssten rasch und substanziell die notwendigen Schritte zur Beendigung des Krieges ausgearbeitet werden, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit.

Er ernannte nach dem Rücktritt seines Bürochefs Andrij Jermak per Dekret Umjerow, den Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und Ex-Verteidigungsminister, zum neuen Verhandlungsführer.

29. November, 11.28 Uhr: Halbe Million Menschen in Kiew von Stromausfällen betroffen

Bei den neuen russischen Raketen- und Drohnenangriffen sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Russland habe mit 36 Raketen und fast 600 Drohnen angegriffen. Hauptziele seien die Energieinfrastruktur gewesen und zivile Objekte. Selenskyj sprach auch von massiven Schäden und Bränden in Wohnhäusern in der Hauptstadt Kiew und Umgebung.

Nach Behördenangaben sind in der Millionenmetropole Kiew 500.000 Menschen von Stromausfällen betroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko gab die Zahl der Toten in Kiew mit zwei an. Zudem gebe es 29 Verletzte.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass neben Energieinfrastruktur auch Rüstungsbetriebe Ziele der Angriffe gewesen seien. Es handele sich um Antworten auf ukrainische Angriffe gegen russische Ziele. Demnach schoss die russische Flugabwehr innerhalb von 24 Stunden 158 ukrainische Drohnen ab.

Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew suchten während der russischen Angriffe in U-Bahn-Stationen Schutz.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

29. November, 7.19 Uhr: Neue Luftangriffe auf Kiew

Bei einer weiteren nächtlichen Attacke auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind russische Raketen und Kamikaze-Drohnen in der Millionenmetropole eingeschlagen.

Kurz nach Mitternacht und am späteren Morgen wurden Explosionen gemeldet. Es gebe mindestens ein Todesopfer und elf Verletzte, darunter ein Kind, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf örtliche Behörden.

Mindestens eine Person verlor bei den nächtlichen Attacken ihr Leben.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

28. November, 18.45 Uhr: Laut russischem Gouverneur Frau nach ukrainischem Beschuss tot

In der russischen Region Belgorod ist nach Behördenangaben eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden.

Bei dem Einschlag in ein Privathaus im Dorf Dragunskoje sei außerdem ein Fünfjähriger verletzt worden, schrieb der Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram. Es gebe mehrere Brände.

28. November, 16.44 Uhr: Büroleiter von Selenskyj tritt zurück

In der Ukraine ist der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, nach Durchsuchungen von Anti-Korruptionsermittlern in seiner Wohnung zurückgetreten.

Jermak habe eine Rücktrittserklärung unterzeichnet, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) in einer Videobotschaft.

Der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, ist am Freitag zurückgetreten.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

28. November, 15 Uhr: Streit um Russen-Gelder

Der belgische Regierungschef Bart De Wever (54) warnt in einem Brandbrief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) vor einem Vorantreiben der Pläne für die Nutzung von in der EU festgesetzten Geldern Russlands.

Neben rechtlichen und finanziellen Risiken thematisiert der Premierminister dabei auch mögliche Folgen für die aktuelle US-Initiative zur Beendigung des russischen Angriffskrieges. So heißt es in dem Schreiben, die EU untergrabe mit ihrem Vorgehen die Möglichkeit eines Friedensabkommens.

Bereits in den laufenden Verhandlungen zeige sich, dass russisches Staatsvermögen eine zentrale Rolle spielen werde, betont De Wever. "Diese Vermögenswerte werden vollständig verfügbar sein müssen."

Aus De Wevers Sicht sollte die EU zur Deckung des Finanzbedarfs der Ukraine besser Geld an den Kapitalmärkten aufnehmen.

Der belgische Regierungschef Bart De Wever (54) warnt die EU.  © Britta Pedersen/dpa

28. November, 14.17 Uhr: Orban bekräftigt Einladung zu Putin-Trump-Gipfel in Budapest

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat bei seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau seine Einladung zu einem Russland-USA-Gipfel in Budapest erneuert.

Putin dankte und sagte, dass US-Präsident Donald Trump zuletzt die Idee für ein solches Treffen in Budapest hatte. Er sei auch dazu weiter bereit, wenn die Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges gegen die Ukraineentsprechende Ergebnisse brächten.

"Wir kennen ihre ausgewogene Haltung zur ukrainischen Problematik", sagte Putin lobend zum Auftakt der Gespräche, die der Kreml übertrug. Trump hatte den Gipfel vor einigen Wochen abgesagt, weil es aus seiner Sicht keine Perspektive gab.

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