Ukraine-Krieg: Selenskyj verspricht Vergeltung nach russischem Angriff auf Kiew

Ukraine - Erneut sind mehrere Städte in der Ukraine zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden.

Eine Frau blickt auf ein Wohnhaus, das nach einem russischen Raketenangriff in Flammen steht.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

Aus Kiew wurden am Mittwochabend und in der darauffolgenden Nacht Explosionen gemeldet.

Nach Behördenangaben gab es mehr als 20 Tote und zahlreiche Verletzte. Mehrstöckige Gebäude - wie ein Hotel - seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent".

Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein. Im Bericht war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede.

Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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2. Juli, 17.48 Uhr: 800.000 Bücher bei russischem Angriff auf Kiew verbrannt

Das Hauptlagerhaus seines Logistikpartners sei zerstört werden, teilte der Verlag BookChef Publishing am Donnerstag mit.

Dabei sei der größte Teil der Auflage verbrannt. Mitarbeiter seien aber nicht zu Schaden gekommen.

BookChef Publishing ist einer der größten Verlage der Ukraine und hat etwa 700 Titel im Programm. Zu seinen Autoren zählen neben George Orwell und Michelle und Barack Obama.

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2. Juli, 17.44 Uhr: Selenskyj verspricht Vergeltung nach russischem Angriff auf Kiew

"Wir sind für einen gerechten Frieden, eine gerechte Beendigung des Kriegs, und solange es das nicht gibt, für gerechte Reaktionen", sagte er Journalisten an einem der Einschlagsorte in der Hauptstadt.

Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Donnerstag erneut mit Luftangriffen mit Drohnen und Raketen überzogen. Hauptziel war die Hauptstadt Kiew, wo in der Folge mehr als 20 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt wurden. Mehrere Wohnhäuser wurden teilweise oder vollständig zerstört.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will nach den heftigen Angriffen Russlands nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

2. Juli, 13.01 Uhr: Auswärtiges Amt verurteilt "massiven" russischen Angriff auf Kiew

Deutschland hat den "massiven" russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit mindestens 17 Toten "auf das Schärfste" verurteilt.

"Die erschütternden Bilder der Zerstörung aus der letzten Nacht zeigen einmal mehr: Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin am Donnerstag. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen."

Kreml-Chef Wladimir Putin zeige "keinerlei Verhandlungsbereitschaft", erklärte der Sprecher weiter. "Er setzt weiter auf Raketen- und Drohnenterror gegen die Bevölkerung, während Russland an der Front enorme Verluste bei seiner Aggression gegen die Ukraine erleidet."

Deutschland erhöhe daher gemeinsam mit seinen Partnern "weiter den Druck" auf Russland. "Wir setzen unsere Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf fort", erklärte der Sprecher. "Um diese Unterstützung wird es auch kommende Woche auf dem Nato-Gipfel in Ankara gehen."

Rettungskräfte löschen einen Brand und arbeiten in einem beschädigten Wohngebäude, nachdem die ukrainische Hauptstadt von Raketenangriffen getroffen wurde.  © Genya SAVILOV / AFP

2. Juli, 11.22 Uhr: Selenskyj fordert nach russischem Luftangriff Hilfen bei Flugabwehr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew schnellere Hilfen für die Flugabwehr. In der Hauptstadt seien mindestens 13 Tote zu verzeichnen, schrieb er in sozialen Netzwerken.

Zunächst war von zehn Toten die Rede gewesen. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko gab es mindestens 86 Verletzte.

"Der Nachschub an Flugabwehr für die Ukraine hat eine absolute und kritische Priorität", schrieb Selenskyj. Wichtig sei jeder Beitrag zum PURL-Programm, bei dem Nato-Staaten Waffen in den USA kaufen und an die Ukraine übergeben.

Die Vereinbarungen zur Produktion neuer Abfangsysteme für ballistische Raketen müssten vorangetrieben werden. Selenskyj hoffte auch darauf, dass die USA der Ukraine den Bau von Patriot-Abwehrraketen in Lizenz erlauben.

Nach einem russischen Angriff steigt Rauch auf.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

2. Juli, 10.23 Uhr: Kallas kündigt Reaktion auf neue russische Angriffswelle an

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte neue Sanktionsvorschläge angekündigt.

"Heute werde ich als Reaktion auf die Angriffe vorschlagen, weitere Einrichtungen und Unternehmen zu sanktionieren, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen", teilte sie mit. Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto schärfer müssten die Sanktionen ausfallen.

"Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen", erklärte Kallas. "Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau können das erreichen." Man werde den Preis für Russland weiter erhöhen, bis Moskau verstehe, dass es diesen Krieg nicht gewinnen könne. Details zu den neuen Sanktionsvorschlägen nannte Kallas zunächst nicht.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (49).  © Britta Pedersen/dpa

2. Juli, 9.44 Uhr: Russischer Angriff auf Kiew war laut Klitschko schwerster seit Kriegsbeginn

Der nächtliche russische Angriff auf Kiew war nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko der schwerste seit Kriegsbeginn. Klitschko erklärte den Freitag zum Trauertag in Gedenken an die Opfer des Angriffs vom Donnerstag.

Bei der Attacke mit Drohnen und ballistischen Raketen wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 13 Menschen getötet, 86 weitere wurden demnach verletzt.

Laut Vitali Klitschko war der russischer Angriff auf Kiew der schwerste seit Kriegsbeginn.  © Genya SAVILOV / AFP

2. Juli, 9.14 Uhr: Ukraine attackiert Raffinerie an der Wolga

Die Ukraine hat eine Raffinerie in der Wolgaregion Nischni Nowgorod angegriffen. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets, Gleb Nikitin, indirekt, als er bei Telegram von "unbedeutenden Schäden an einem Industrieobjekt und an mehreren Wohnhäusern" durch herabfallende Drohnentrümmer schrieb. Seinen Angaben nach ist durch den Angriff ein Mensch ums Leben gekommen und vier weitere wurden verletzt.

In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen einen Brand, der von der Ölraffinerie in Kstowo, einer Stadt etwa 30 Kilometer südöstlich von Nischni Nowgorod, stammen soll. Die zum Ölkonzern Lukoil gehörende Verarbeitungsanlage ist eine der größten in Russland.

2. Juli, 8.51 Uhr: Klitschko meldet mindestens 13 Tote bei russischem Großangriff auf Kiew

Bei einem russischen Großangriff auf Kiew mit Drohnen und ballistischen Raketen sind nach jüngsten Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 13 Menschen getötet worden.

Dies teilte Klitschko am Donnerstagmorgen in Onlinenetzwerken mit, zuvor hatten Behörden von neun Toten geschrieben. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte vor diesem Hintergrund von den Verbündeten mehr Munition zur Luftverteidigung.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.  © /dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Aleksandr Gusev

2. Juli, 6.54 Uhr: Reporter meldeten "unglaublich laute Explosionen"

Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hieß es.

Nach ersten Einschlägen am Abend wurde demnach auch am frühen Morgen wieder Luftalarm ausgelöst. Knapp ein Dutzend russische Bomber seien in der Luft, hieß es. Kurz darauf meldeten Reporter des Portals "unglaublich laute Explosionen", die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien.

Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete ebenfalls über zahlreiche Einschläge in Kiew. Auch in anderen Städten der Ukraine – darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes – gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Informationen zu möglichen Schäden und Opfern lagen zunächst nicht vor.

2. Juli, 6.15 Uhr: Langsame Vorstöße, kaum Geländegewinne

Neben den stark gestiegenen Opferzahlen sieht sich Russlands Militär laut CSIS-Lagebericht auch mit anderen Rückschlägen auf dem Schlachtfeld konfrontiert.

So hätten die Angreifer das von ihnen kontrollierte Gebiet in der Ukraine im Frühling 2026 erstmals seit Jahren nicht mehr vergrößern können und dazu einzelne Geländegewinne der Ukrainer hinnehmen müssen. Auch seien ihre Vorstöße an der mehr als tausend Kilometer langen Front langsamer geworden.

Historisch betrachtet sei die Kampfbilanz der Russen im Ukraine-Krieg verglichen mit der anderer militärischer Großmächte nach dem Zweiten Weltkrieg ziemlich miserabel.

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