Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt vor Vergeltung mit russischer Mittelstreckenrakete

Ukraine - Die Ukraine hat mit einem weiteren Drohnenangriff eine Öllagerstätte in der bereits mehrfach attackierten Schwarzmeer-Metropole Noworossijsk in Brand gesetzt. Teile einer abgeschossenen Drohne seien auf das Gelände eines Treibstoffterminals gefallen, teilte der operative Stab der Region Krasnodar mit. In einigen technischen und administrativen Gebäuden seien Feuer ausgebrochen. Es gebe zwei Verletzte, hieß es in der Behördenmitteilung.

Die ukrainischen Drohnenschläge setzen weiter der russischen Ölindustrie und damit auch der Kriegswirtschaft zu.  © KAZUHIRO NOGI / AFP

In sozialen Netzwerken berichteten Augenzeugen, dass der Ölterminal Gruschowaja des Energiekonzerns Transneft in Brand geraten sei. Es handelt sich um eine der größten Öllagerstätten im Kaukasus mit Reservoirs unter der Erde und an der Oberfläche - samt einem Umschlagplatz.

Die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie in Noworossijsk waren bereits wiederholt Ziele ukrainischer Drohnenangriffe.

Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe gegen Ziele im russischen Hinterland massiv ausgeweitet. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von 348 Drohnen.

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Von unabhängiger Seite ist diese Zahl nicht überprüfbar. Zu Treffern machte das Ministerium wie immer keine Angaben.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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23. Mai, 19.15 Uhr: Selenskyj warnt vor Vergeltung mit russischer Mittelstreckenrakete

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet nach den jüngsten Angriffen Kiews auf russische Ziele einen Vergeltungsschlag Moskaus mit der besonders gefürchteten neuen Oreschnik-Mittelstreckenrakete.

"Unsere Nachrichtendienste haben Berichte über eingegangene Daten erhalten, einschließlich von amerikanischen und europäischen Partnern, wonach Russland einen Schlag mit der Oreschnik-Rakete vorbereitet", teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Die Hauptstadt Kiew ist demnach auch in Gefahr.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet eine brutale Reaktion der Russen.  © Sven Hoppe/dpa

23. Mai, 17.51 Uhr: Selenskyj pocht in Brief an EU auf volle Mitgliedschaft

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach dem Vorschlag von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) zu einem Sonderstatus für Kiew in der EU seine Forderung nach einer vollen Mitgliedschaft bekräftigt.

"Es wäre ungerecht für die Ukraine in der Europäischen Union präsent zu sein, aber ohne Stimme zu bleiben", schrieb Selenskyj an die EU-Spitzen in einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Erweiterungsprozess brauche viel zu lange, Europa müsse sich schneller bewegen und die Ukraine nicht in einem Warteraum halten, bis es die volle Mitgliedschaft gebe, betonte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will sein Land schnellstmöglich in der EU sehen.  © Suzanne Plunkett/PA Wire/dpa

23. Mai, 13.04 Uhr: Erneut Drohne in Lettland abgestürzt

Im Südosten des EU- und Nato-Mitglieds Lettland ist eine Drohne nahe der Grenze zu Belarus abgestürzt.

Das unbemannte Fluggerät sei auf dem Dridza-See in der Gemeinde Kraslava niedergegangen und beim Aufprall auf die Wasseroberfläche explodiert, teilte die lettische Polizei mit. Niemand sei verletzt worden bei dem Vorfall, über den die Behörden von Anwohnern informiert worden seien. Zu Herkunft und Art des Flugkörpers wurde zunächst keine Angaben gemacht.

Nach Angaben der Polizei waren Trümmerteile am Absturzort zu sehen. Einsatzkräfte und das Militär seien vor Ort, um den Vorfall zu untersuchen. Noch-Regierungschefin Evika Silina schrieb auf der Plattform X, dass sie mit den zuständigen Stellen in Kontakt stehe und nähere Informationen erwarte. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu befolgen.

Der Einflug der Drohne in den lettischen Luftraum war nach Angaben der Armee von den Radarsystemen nicht registriert worden.

23. Mai, 9.49 Uhr: Nach Kiews Drohnenangriff auf Wohnheim steigt Zahl der Toten

Nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim einer Berufsschule im russisch besetzten Gebiet Luhansk ist die Zahl der Toten laut Behörden auf zehn gestiegen.

Es seien weitere Leichen aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Starobilsk gezogen worden, teilte das russische Zivilschutzministerium mit. Insgesamt gebe es 48 Verletzte. Laut den örtlichen Behörden werden noch elf Studentinnen und Studenten vermisst. Die Suche nach ihnen in den Trümmern dauert demnach an.

Kremlchef Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär am Freitag einen "Terrorakt" vorgeworfen. Seinen Krieg gegen die Ukraine hatte er selbst 2022 begonnen und danach unter anderem das Gebiet Luhansk annektiert, das Kiew nun von Moskaus Besatzung befreien will. Der ukrainische Generalstab warf Russland Desinformation vor. In Starobilsk habe eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit operiert. Sie sei Ziel der Attacke gewesen.

Bergungskräfte suchen im russisch besetzten Gebiet Luhansk weiter nach vermissten Studenten in den Trümmern eines Wohnheims.  © HANDOUT / SOCIAL MEDIA / AFP

23. Mai, 7.52 Uhr: Feuer in russischem Ölhafen nach ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer sind Behördenangaben zufolge mehrere Feuer in einem Öldepot ausgebrochen.

Die Brände in verschiedenen Hafengebäuden seien durch herabfallende Trümmerteile von Drohnen entfacht worden, erklärte der örtliche Bürgermeister Andrej Krawtschenko am Samstag im Onlinedienst Telegram. Dabei seien mindestens zwei Menschen verletzt worden. Einige Drohnenteile seien zudem auf das Gelände des Kraftstoffterminals gestürzt.

Am Hafen der Stadt Noworossijsk in der südrussischen Region Krasnodar wird rund ein Fünftel der Rohöllieferungen des Landes abgewickelt. Es handelt sich um den größten Exportknotenpunkt Russlands am Schwarzen Meer.

22. Mai, 22.05 Uhr: UN-Chef verurteilt Angriff auf Wohnheim in russisch besetztem Gebiet

UN-Generalsekretär António Guterres (77) hat den Angriff auf ein Studentenwohnheim im russisch besetzten Gebiet Luhansk scharf verurteilt.

"Jeden Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verurteilen wir scharf, egal wo sie geschehen", sagte ein Sprecher von Guterres in New York. Der UN-Generalsekretär habe immer wieder betont, dass solche Angriffe völkerrechtswidrig seien und sofort aufhören müssten.

"Wir fordern alle Zuständigen auf, jegliche Handlungen, die die bereits gefährliche Situation noch eskalieren würden, zu unterlassen." Auf Bitten Russlands kam der UN-Sicherheitsrat in New York zu dem Thema zusammen.

Kremlchef Wladimir Putin (73) hatte den Angriff als "Terrorakt" bezeichnet. Es gebe bisher mindestens 6 Tote, 39 Verletzte und 15 Vermisste, sagte er in Moskau. Das Gebäude einer Berufsschule in Starobilsk war in der Nacht nach russischen Angaben von einer ukrainischen Drohne getroffen worden.

Im Zuge des Angriffes auf ein Studentenwohnheim äußerte sich der UN-Generalsekretär António Guterres (77) kritisch.  © KAZUHIRO NOGI / AFP

22. Mai, 21.24 Uhr: Bulgarien gegen Ukraine-Tribunal: Russland sei "nicht besiegt"

Bulgariens neuer Regierungschef Rumen Radew (62) hat die ablehnende Haltung seines Landes zu einem Sondertribunal für Verbrechen gegen die Ukraine mit dessen Recht auf eine eigene Meinung begründet.

Ein solches "Militär-Tribunal" habe eine Wirkung, wenn ein Staat besiegt worden sei, kapituliert habe und sein Führer gefangen genommen sei, sagte Radew. "Ich denke, dass diese Bedingungen momentan nicht existieren und kaum existieren werden."

Vergangene Woche hatten Deutschland und 35 weitere Länder sowie die Europäische Union bei einer Sitzung des Europarats in Moldau signalisiert, dem notwendigen Abkommen für die Einrichtung des Sondertribunals für Verbrechen gegen die Ukraine beitreten zu wollen.

Bulgarien, das seit Anfang Mai von einem Mitte-Links-Kabinett regiert wird, hatte sich der Erklärung überraschend nicht angeschlossen.

Regierungschef Radew, der Ex-General und Kampfjet-Pilot ist, galt in seiner vorherigen Rolle als Staatsoberhaupt galt als russlandfreundlich.

22. Mai, 20.19 Uhr: Merz und Co. sprechen mit Selenskyj über Europas Rolle

Die wichtigsten europäischen Verbündeten der Ukraine haben mit Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) darüber beraten, wie die stockenden Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs wieder in Gang gebracht werden können.

Im Mittelpunkt der Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer habe die Frage gestanden, "wie die Friedensdiplomatie wiederbelebt werden kann und wie Europa dabei eine Rolle spielen kann", teilte Selenskyj anschließend in den sozialen Netzwerken mit. Einzelheiten nannte er nicht.

Ein Sprecher Starmers, der Ausrichter der Schalte war, bekräftigte die Unterstützung der Europäer für den Abwehrkampf der Ukraine. Sie werde "in den kommenden Monaten noch verstärkt" werden, hieß es in einer Mitteilung.

Man sei sich einig gewesen, "dass es für die Sicherheit in Europa und weltweit nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist, der russischen Aggression die Stirn zu bieten".

22. Mai, 19.43 Uhr: Auch Nordländer verurteilen russische Drohungen

Die Außenminister der nordischen und baltischen Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung "Russlands offensichtliche Desinformationskampagne und Falschbehauptungen" entschieden zurückgewiesen.

Moskau hatte zuvor unbelegte Vorwürfe gegen die EU- und Nato-Mitglieder Estland, Lettland und Litauen erhoben, ukrainische Drohnenangriffe zu unterstützen und ihren Luftraum und ihr Staatsgebiet dafür zur Verfügung zu stellen.

"Russland versucht, von seinem völkerrechtswidrigen Krieg abzulenken und Nato-Verbündete einzuschüchtern. Dies wird nicht gelingen und muss unverzüglich aufhören", schrieben die Chefdiplomaten der sogenannten NB8-Staaten.

Zu der Staatengruppe gehören Schweden, Finnland, Norwegen, Island, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen.

22. Mai, 19.08 Uhr: Selenskyj: Verbündete sehen Ukraine im Krieg gestärkt

Deutschland, Großbritannien und Frankreich sehen die Ukraine nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) nach den jüngsten Angriffen Kiews auf russische Ziele in einer deutlichen stärkeren Position.

Das teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken nach einer Videoschalte mit Kanzler Friedrich Merz (70, CDU), dem britischen Premier Keir Starmer (63) und mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (48) mit.

Es sei um die Frage gegangen, wie die Friedensdiplomatie neuen Schwung bekomme und Europa daran beteiligt werden könne, sagte Selenskyj.

"Alle Partner stellen fest, dass die Position der Ukraine deutlich gestärkt ist – sowohl auf dem Schlachtfeld als auch bei unseren Langstrecken-Operationen." Damit meint er vor allem die Schläge mit Langstrecken-Drohnen, die Ziele tief im russischen Hinterland treffen, darunter Anlagen der russischen Ölindustrie, die für Moskaus Kriegsfinanzierung wichtig sind.

Selenskyj präsentiert dazu in den sozialen Netzwerken auch immer wieder stolz Videos brennender Anlagen. Russland betont, dass die Lage unter Kontrolle sei.

Auch der ukrainische Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) sieht die Position seines Landes gestärkt.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

22. Mai, 18.06 Uhr: Putin betitelt ukrainischen Angriff in Luhansk als "Terrorakt"

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat nach einem mutmaßlich ukrainischen Angriff auf ein Studentenwohnheim in dem von Russland besetzten Gebiet Luhansk von einem "Terrorakt" mit vielen Toten gesprochen.

Es gebe bisher mindestens 6 Tote, 39 Verletzte und 15 Vermisste, sagte Putin in Moskau zum Auftakt eines Treffens mit Absolventen des staatlichen Ausbildungsprogramms "Zeit der Helden".

Das Gebäude einer Berufsschule in Starobilsk war in der Nacht nach russischen Angaben von einer ukrainischen Drohne getroffen worden.

"Es gibt keinerlei militärische Einrichtungen, Einrichtungen der Geheimdienste oder verwandter Dienste in der Nähe des Wohnheims", sagte Putin. Niemand könne behaupten, dass das Gebäude zufällig getroffen worden sei.

Wladimir Putin (73) wirft der Ukraine "Terrorakt" im Gebiet Luhansk vor.  © -/Kremlin/dpa

22. Mai, 17.35 Uhr: Debatte über Kraftwerksgeschenk an Ukraine dauert an

Pläne des bundeseigenen Kraftwerksbetreibers Sefe, ein stillgelegtes Gaskraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern an die Ukraine zu verschenken, sorgen weiter für Diskussionen.

Die AfD forderte im Bundestag, die Schenkungspläne fallenzulassen und die Anlage an seinem Standort in Lubmin bei Greifswald zu belassen. Dort erreichen die russischen Nord Stream-Erdgasleitungen das deutsche Festland.

Es könne ja sein, dass sich das Verhältnis zu Russland nach einem Ende des Ukraine-Kriegs eines Tages wieder normalisiere und dann erneut Erdgas durch die Leitung in der Ostsee fließe, sagte der AfD-Abgeordnete Leif-Erik Holm in der von seiner Partei angestoßenen Debatte.

Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Lubmin ist ein Kraftwerk, das für die russische Nord-Stream-1-Pipeline gebaut wurde. Es diente dazu, die nötige Wärme herzustellen, um das Erdgas aus Russland ins deutsche Netz zu bringen.

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