Ukraine-Krieg: Trump kündigt Hunderttausende Tonnen Diesellieferungen aus Russland an

Kiew - Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind bei den Bemühungen um Verhandlungen mit Russland noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Ein Wachmann betrachtet einen Krater vor einem Novus-Logistikzentrum, das bei einem russischen Angriff auf Kiew beschädigt wurde.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

"Wir befinden uns nicht in einer diplomatischen Sackgasse", bekräftigte der Staatschef bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Außenminister Ed Miliband in Pryluky. Die russische Wirtschaft müsse blockiert, Moskau mundtot gemacht und die Waffenproduktion durch Sanktionen stillgelegt werden. 

Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio bei seinem Besuch in Lissabon bei einer Pressekonferenz gesagt, dass der Ukraine-Krieg derzeit in einer Sackgasse zu sein scheint.

In einem Interview der griechischen Zeitung "Kathimerini" sagte er zudem, dass er derzeit keine Aussichten auf eine Verhandlungslösung sehe.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt sein Volk vor russischen Raketenschlag

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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9. Oktober, 22.27 Uhr: Selenskyj kritisiert US-Deal zu russischem Diesel scharf

Eine zwischen den USA und Russland vereinbarte Aufhebung von Sanktionen für den Verkauf von russischem Diesel ist von der Ukraine stark kritisiert worden. "Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei Telegram. Moskau werde mit weiterem "Terror und Gemeinheiten" danken.

Selenskyj erneuerte dabei die ukrainische Bereitschaft, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland im Gegenzug die Attacken auf ukrainische Energieanlagen einstellt. "Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen", schrieb der Staatschef. Eine Abschwächung der Russland-Sanktionen sei ein Zeichen der "offensichtlichen Schwäche". Russland werde die USA noch weniger ernst nehmen.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) kann mit dem Diesel-Deal natürlich gar nichts anfangen.  © Kay Nietfeld/dpa

9. Oktober, 21.23 Uhr: Trump kündigt Hunderttausende Tonnen Diesellieferungen aus Russland an

US-Präsident Donald Trump (80) hat nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (74) Hunderttausende Tonnen an Diesel aus Russland in Aussicht gestellt.

Er habe mit Putin unter anderem vereinbart, dass "umgehend" mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Wegen bestehender Sanktionen gegen Russland stellte das US-Finanzministerium dafür eine temporäre Erlaubnis aus.

US-Präsident Donald Trump (80) hat Russland einen Bärendienst erwiesen.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

9. Oktober, 15.44 Uhr: Ukraine greift erneut russischen Internet-Riesen Yandex an

Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) den zweiten Tag in Folge ein Datenzentrum des größten russischen Internetkonzerns Yandex angegriffen. Das schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken, ohne den Ort zu nennen. 

Betroffen war eine Computeranlage in Kaluga südwestlich von Moskau. Yandex bestätigte, dass einige Teile des Rechenzentrums ausgefallen seien. Nach Angaben von Gouverneur Wladislaw Schapscha wurden neun Personen im Gebiet Kaluga verletzt. Am Tag zuvor hatte die Ukraine ein Yandex-Datenzentrum in Sassowo im Gebiet Rjasan getroffen.

Der größte russische Internetkonzern Yandex ist erneut von der Ukraine angegriffen worden.  © Maxim Shipenkov/dpa

9. Oktober, 6.10 Uhr: Massive Kritik am Putin-Besuch von Schröder

Nach seinem Besuch der Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau steht Altkanzler Gerhard Schröder massiv in der Kritik.

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), bezeichneten den Besuch als Schande. Nach Kreml-Angaben hatte Schröder am Mittwoch mit Kremlchef Putin dessen 74. Geburtstag gefeiert. 

Im Mai hatte Putin Schröder als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. In der Bundesregierung waren Putins Äußerungen aber auf deutliche Skepsis gestoßen.

Schröder (82) traf in Moskau auf Putin (74). (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

9. Oktober, 6 Uhr: Ukrainer zu Verhandlungen auf dem Weg in die USA

Selenskyj zufolge ist eine ukrainische Delegation auf dem Weg in die USA für zweitägige Verhandlungen, die am Freitag beginnen sollen.

Nach örtlichen Medienberichten werden der Fraktionsvorsitzende von Selenskyjs Partei, David Arachamija, der Chef des Auslandsgeheimdienstes, Rustem Umjerow, der Chef der Präsidialkanzlei Kyrylo Budanow, und Budanows erster Vize, Serhij Kyslyzja, zum Team gehören. 

Das Weiße Haus bestätigte ein Treffen am Freitag. "Der Sondergesandte (Steve) Witkoff und Jared Kushner werden sich morgen mit ukrainischen Vertretern treffen, um einen neuen, abgestimmten Vorschlag zu erörtern, der alle Aspekte des Konflikts umfasst und darauf abzielt, den Krieg zu beenden", hieß es von einem hochrangigen US-Regierungsbeamten.

8. Oktober, 20.27 Uhr: Tote und Stromausfälle nach russischen Angriffen in Kiew

Infolge russischer Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 19 seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (55) bei Telegram mit. 13 von ihnen wurden demnach in Krankenhäuser eingeliefert.

Am Abend kam es dem Energieministerium zufolge wegen der Drohnenattacken zu Ausfällen von Teilen des Stromnetzes der Hauptstadt. Kurzzeitig fiel die U-Bahn der Dreimillionenstadt wegen eines Spannungsabfalls aus. Im Westteil der Metropole kam es dem örtlichen Versorgungsunternehmen nach zu Problemen bei der Wasserversorgung. Für den Freitag wurden bereits stundenweise Stromsperren angekündigt.

Eine Wohnung ist nach einem russischen Drohnenangriff in Kiew vollständig ausgebrannt.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

8. Oktober, 20.09 Uhr: Verhandlungen mit Russland laut Selenskyj nicht in Sackgasse

Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) sind bei den Bemühungen um Verhandlungen mit Russland noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

"Wir befinden uns nicht in einer diplomatischen Sackgasse", bekräftigte der Staatschef bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Außenminister Ed Miliband in Pryluky. Die russische Wirtschaft müsse blockiert, Moskau mundtot gemacht und die Waffenproduktion durch Sanktionen stillgelegt werden. 

Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) sind Verhandlungen mit Russland weiter denkbar.  © Kay Nietfeld/dpa

8. Oktober, 17.15 Uhr: Ukrainischer Drohnenangriff auf Raffinerie in Omsk

Die ukrainischen Streitkräfte haben mit Drohnen die Stadt Omsk tief in Sibirien angegriffen, wo die größte Raffinerie Russlands steht.

"Eine Drohne hat das nördliche Industriegebiet erreicht", teilte der Gouverneur der Region Omsk, Witali Chozenko, bei Telegram mit. Die übrigen Drohnen seien rechtzeitig abgeschossen worden. Zu eventuellen Schäden in der mehr als 2000 Kilometer von Moskau entfernten Region machte er keine Angaben.

Ein Arbeiter inspiziert eine Kampfdrohne in der geheimen Fabrik von Fire Point.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

8. Oktober, 14.09 Uhr: 30 Tote bei russischem Angriff auf zwei Busse in Ostukraine

Bei einem russischen Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden.

Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft der Region Donezk mit. Die Ukraine warf Russland einen gezielten Angriff auf Zivilisten vor. Auch die ukrainische Hauptstadt Kiew wurden erneut unter Beschuss genommen, drei Menschen wurden dort getötet. In Russland wurde derweil bei einem Drohnenangriff ein Rechenzentrum des Konzerns Jandex beschädigt, der als "russisches Google" gilt.

Nach Polizeiangaben wurden die Busse in Kramatorsk von einer Gleitbombe getroffen. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos, auf denen leblose Körper und Trümmer vor einem brennenden Buswrack zu sehen sind.

"Die Russen greifen gezielt Zivilisten an", erklärte Gouverneur Wadym Filaschkin. Er warf Russland vor, "alle erdenklichen Regeln der Kriegsführung und Normen des humanitären Völkerrechts" zu missachten. Filaschkin ordnete die Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs in Kramatorsk und im nahegelegenen Slowjansk an.

Bei einem russischen Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden.  © HANDOUT / DONETSK REGION PROSECUTOR'S OFFICE / AFP

7. Oktober, 20.59 Uhr: 25 Tote und viele Verletzte durch russische Angriffe

Der in der Nacht begonnene russische Großangriff auf Städte der Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens 25 Menschenleben gefordert, unter ihnen vier Kinder. Die Gesamtzahl der Verletzten gab er mit mindestens 100 an. Bei den Angriffen hatte das russische Militär einen Waffenmix von Drohnen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern eingesetzt.

Kremlchef Wladimir Putin, der am Mittwoch seinen 74. Geburtstag feierte, habe sich dies zum Geschenk gemacht: "Die Ermordung von Kindern, die Ermordung von Menschen."

Seiner Ansicht nach beabsichtige Russland, diesen Kurs beizubehalten. "Putin hat nicht das Gefühl, dass ihm das Probleme bereitet", sagte Selenskyj. Die Sanktionen gegen Russland seien in vielerlei Hinsicht abgeschwächt, und die Signale zur Aufhebung der Sanktionen gegen die Oligarchen seien in Wirklichkeit Signale für eine Normalisierung des Krieges. "Putin kann nach wie vor Öl verkaufen und die Lage in Dollar und Euro so berechnen, wie es für ihn nach wie vor vorteilhaft ist." 

Es sei in Putins Interesse, Krieg zu führen. "Krieg ist seine Natur, seine Ideologie", sagte Selenskyj. "Und das, was in der Ukraine geschieht, ist eine Generalprobe für das, was Russland sich als Möglichkeit vorbehalten will, mit jedem beliebigen Land so zu verfahren, sowohl in Europa als auch darüber hinaus."

Anwohner und Rettungskräfte räumen die Trümmer eines Wohnhauses weg, das bei einem russischen Raketenangriff zerstört wurde.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

7. Oktober, 19.33 Uhr: Russische Dauerangriffe gegen Kiew

Bei neuen russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mindestens acht Menschen verletzt worden. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Abend auf Telegram mit. Bei den Angriffen, die verschiedene Stadtteile trafen, wurden demnach mehrere Wohnhäuser beschädigt. Rettungstrupps suchten in den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern.

Kiew war bereits in der vergangenen Nacht ein Schwerpunkt des massiven Luftangriffs der russischen Militärs auf ukrainische Städte. Klitschko berichtete morgens von mindestens zwei Toten. Sie seien in den Trümmern von Garagen im östlichen Stadtteil Darnyzja gefunden worden. Zwei weitere Menschen seien dort lebend geborgen worden. 

Das russische Militär hat zuletzt seine Angriffe auf Städte und Ballungszentren in der Ukraine verstärkt und nutzt Schwächen in der ukrainischen Abwehr aus. Die ukrainische Flugabwehr leidet unter Munitionsmangel vor allem bei Waffensystemen, mit denen sich ballistische Raketen bekämpfen lassen. Daneben setzt Russland neuartige Drohnen ein, gegen die die ukrainische Flugabwehr noch keine passende Abwehrstrategie entwickelt hat.

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