Ukraine-Krieg: Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland

Ukraine - Vor dem für Russland besonders wichtigen Tag des Sieges am 9. Mai hat nach Moskau überraschend auch Kiew eine eigene Waffenruhe angekündigt.

Russische Soldaten während der Probe der Militärparade zum Tag des Sieges anlässlich des 81. Jahrestages des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland.  © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

"Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0 Uhr (23 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai", teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mit.

Sollte sich die russische Seite nicht ebenso daran halten, werde Kiew spiegelbildlich reagieren. Eine zeitliche Begrenzung für die Waffenruhe nannte er dabei nicht. Zuvor hatte Russland eine Feuerpause für den 8. und 9. Mai angekündigt. 

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die ukrainische Initiative zu unterstützen. "Der Frieden kann nicht auf "Paraden" und "Feiertage" warten", schrieb er auf X mit Blick auf die jährliche Militärparade anlässlich des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland am Samstag.

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Falls Moskau bereit für ein Ende der Kämpfe sei, könne dies bereits morgen geschehen. "Der 6. Mai zeigt, ob Moskau es ernst meint und was es wirklich will: Frieden oder Militärparaden."

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5. Mai, 11.08 Uhr: Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Großstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden.

Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals "Astra" die Rüstungsfabrik "WNIIIR Progress", wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.

Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen.

Im Norden Russlands wurde derweil einmal mehr die Raffinerie Kirischinefteorgsintes angegriffen. Der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, bestätigte einen Brand im Industriegebiet der Stadt Kirischi. Das Feuer sei inzwischen unter Kontrolle, schrieb er auf Telegram. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

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Flamingo-Marschflugkörper in der geheimen Fabrik von Fire Point. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

5. Mai, 9.07 Uhr: Tote und viele Verletzte nach russischen Angriffen in Ukraine

Kurz vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe sind bei russischen Angriffen in der Ukraine mehrere Menschen getötet worden.

Im zentralukrainischen Gebiet Poltawa seien vier Menschen ums Leben gekommen, schrieb Gouverneur Witali Djakiwnytsch bei Telegram. Weitere 31 Personen seien verletzt worden. Demnach gab es Einschläge an zwei Orten im Kreis Poltawa. Ein Industriebetrieb und eine Eisenbahninfrastruktur seien beschädigt worden. Russland habe die Region mit Raketen und Drohnen angegriffen.

Der Zivilschutz teilte mit, dass unter den Toten zwei Einsatzkräfte seien. Nach einem ersten Angriff attackierte Russland den Einsatzort demnach ein zweites Mal. Unter den Verletzten sind demnach weitere 23 Rettungskräfte.

Verletzt wurden nach Behördenangaben auch zwei Menschen im Gebiet Tschernihiw und drei in der Region um die Hauptstadt Kiew.

Vor einer von Moskau für Freitag und Samstag und von Kiew bereits ab Mittwoch angekündigten Waffenruhe gehen die Kämpfe weiter.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

5. Mai, 6.56 Uhr: Selenskyj kündigt Feuerpause für 5. und 6. Mai an

Nach der Ankündigung Russlands einer einseitigen Feuerpause rund um den Weltkriegsgedenktag am 9. Mai hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinerseits eine Feuerpause verkündet.

Diese werde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um Mitternacht beginnen. Zu der russischen Ankündigung einer Feuerpause sagte Selenskyj, bislang habe sein Land "keine offizielle Anfrage" zu einer Einstellung der Kampfhandlungen erhalten. Diese werde lediglich "auf russischen Online-Netzwerken behauptet".

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Montagabend im vom russischen Staat unterstützten Onlinedienst Max geschrieben, auf Befehl von Präsident Wladimir Putin werde am 8. und 9. Mai eine Feuerpause eingehalten. Am 9. Mai wird in Russland feierlich an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Nach der Ankündigung Russlands einer einseitigen Feuerpause rund um den Weltkriegsgedenktag am 9. Mai hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) seinerseits eine Feuerpause verkündet.  © Vadim Ghirda/AP/dpa

4. Mai, 19.42 Uhr: Russland ordnet Waffenruhe für zwei Tage an

Russland hat für den 8. und 9. Mai eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angeordnet.

Damit folge die Armee einer Anordnung von Präsident Wladimir Putin (73), teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) hat den Waffenstillstand angeordnet.  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

4. Mai, 15.42 Uhr: Viele Tote durch russische Angriffe in Ukraine

In der Ukraine sind bei russischen Angriffen mindestens acht Menschen getötet worden.

Sechs Personen seien bei einem Raketenangriff auf die Stadt Merefa im ostukrainischen Gebiet Charkiw ums Leben gekommen und weitere 24 verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bei Telegram. Getötet wurden demnach Männer und Frauen zwischen 41 und 74 Jahren. Mehrere Wohnhäuser, Hochhäuser und Läden seien beschädigt worden. Auch die Siedlung Besljudiwka wurde demnach mit einer Drohne angegriffen.

Immer wieder gibt es schwere Angriffe in Charkiw. (Archivbild)  © Andrii Marienko/AP/dpa

4. Mai, 14.25 Uhr: Selenskyj setzt auf rasche Auszahlung der EU-Milliarden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf eine rasche Auszahlung des Kredites über 90 Milliarden Euro von der Europäischen Union.

"Es ist nötig, dass das Geld so schnell wie möglich eintrifft und die Ukraine ihr Programm zur Widerstandsfähigkeit in Vorbereitung auf den Winter umsetzen kann", schrieb er auf der Onlineplattform X.

Vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Eriwan traf sich Selenskyj im engeren Kreis mit den europäischen Partnern, die ihm in Gesprächen mit Washington zur Seite stehen. Dazu zählten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Keir Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) setzt auf eine rasche Auszahlung des Kredites über 90 Milliarden Euro von der Europäischen Union.  © Anthony Pizzoferrato/AP/dpa

4. Mai, 6.57 Uhr: Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe dem Zentrum Moskaus

Wenige Tage vor der traditionellen Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau ist eine ukrainische Drohne nahe dem Zentrum der russischen Hauptstadt in ein Wohnhaus eingeschlagen.

Das schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am frühen Morgen laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass auf der Plattform Telegram. Es habe keine Verletzten gegeben. Das beschädigte Gebäude - laut "Kyiv Independent" ein luxuriöses Hochhaus - liegt in einem Wohngebiet im Westen der Hauptstadt, in dem sich auch Botschaften befinden. Zwei weitere ukrainische Drohnen wurden Sobjanin zufolge von der Luftabwehr abgeschossen.

Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits Ende April mitgeteilt, aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen finde die Militärparade am Samstag in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen statt. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg 1945.

In Moskau ist eine ukrainische Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen.  © Uncredited/AP/dpa

3. Mai, 23 Uhr: Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen

Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind in der grenznahen russischen Region Belgorod mindestens zwei Menschen getötet worden.

Eine Frau sei zudem mit Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. Die dreiköpfige Familie sei in ihrem Auto im Dorf Netschajewka von einer ukrainischen Drohne attackiert worden. Die Siedlung ist knapp acht Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.

Zuvor wurde nach Angaben der Besatzungsbehörden des russisch besetzten Teils der südostukrainischen Region Saporischschja in der Kleinstadt Kamjanka-Dniprowska ein Jugendlicher durch eine Drohne getötet.

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