Zehntausende räumen die Rheinufer auf: Organisatoren erwarten kuriose Funde wegen Niedrigwasser

Düsseldorf/Mainz – Das Niedrigwasser könnte sich als günstig erweisen für die geplante XL-Müllsammelaktion am Samstag an vielen Flussufern in Deutschland. Die Initiatoren rechnen wieder mit reger Beteiligung.

Flaschen, Plastik und Kleinteile gehören zu den häufigsten Fundsachen.
Flaschen, Plastik und Kleinteile gehören zu den häufigsten Fundsachen.  © Roland Weihrauch/dpa

Tausende Freiwillige wollen an Rhein, Ruhr, Lippe, Emscher, Düssel und Mosel vor allem dem Plastikmüll zu Leibe rücken. Es werde mit rund 40.000 Einzelpersonen und 500 Gruppen gerechnet, sagte Mitinitiator Jochen Umbach wenige Tage vor dem geplanten Vorhaben am Samstag.

Er sprach von der "größten Müllsammelaktion Mitteleuropas". Der vielerorts niedrige Wasserstand nach Wochen mit ausbleibenden oder nur geringen Niederschlagsmengen könne sich dabei als hilfreich für das "Rhine Clean Up" erweisen.

"Das Niedrigwasser kann von Vorteil sein, weil wir an Flächen herankommen, die man über zehn Jahre nicht gesehen hatte, weil sie mit Wasser bedeckt waren", schilderte Umbach auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es könne gut sein, dass die Helfer dann auch auf größere Gegenstände stoßen.

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"Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir auch unangenehme Sachen finden, zum Beispiel Munition aus dem Zweiten Weltkrieg."

Die Freiwilligen seien instruiert, Vorsicht walten zu lassen und bei Verdachtsfällen die Behörden zu informieren.

2021 sammelten Freiwillige 320 Tonnen Müll

Aber auch Autoreifen oder Fahrräder wurden in den vergangenen Jahren gefunden.
Aber auch Autoreifen oder Fahrräder wurden in den vergangenen Jahren gefunden.  © Thomas Frey/dpa

Generell sei der Plastikmüll als Hauptproblem anzusehen, betonte Umbach. Jahr für Jahr würden die Weltmeere mit über acht Millionen Tonnen Müll – vorwiegend Plastik – verunreinigt. Bei rund 70 Prozent des Mülls, der aus dem Rhein in die Nordsee gelange, handele es sich um Plastikmüll.

Zudem wies der Organisator auf eine deutliche Zunahme von Verpackungsmüll hin. "Das hängt wohl mit dem Online-Handel zusammen, der in der Pandemie zugenommen hat und der zu mehr Verpackungsmüll führt."

Papiercontainer quellen nach seiner Beobachtung vielerorts über. "Den Müll finden wir dann leider oft an den Ufern."

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In den vergangenen Jahren hätten die Organisatoren jeweils am zweiten Samstag im September eine Hauptaktion gestartet. Viele daran beteiligte Gruppen sammelten aber zusätzlich lokal noch regelmäßig und auch mehrfach im Monat.

2021 waren Umbach zufolge bei der Hauptaktion gut 320 Tonnen Müll gesammelt worden.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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