Dürre-Katastrophe in Madagaskar: 70.000 Kindern droht der Hungertod

Madagaskar - Verwüstete Landstriche, geringer Niederschlag, unterbrochene Lieferketten und eine problematische Überbevölkerung: Madagaskar leidet unter der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren.

Mangelernährte Kinder stehen in der Gemeinde von Shanamaro (Ambovombe) in einer Reihe.
Mangelernährte Kinder stehen in der Gemeinde von Shanamaro (Ambovombe) in einer Reihe.  © Fenoarisoa Ralaiharinony/Welternährungsprogramm WFP/dpa

Die Deutsche Welthungerhilfe geht mittlerweile von 70.000 akut unterernährten Kindern aus. Insgesamt sind mehr als 1 Million Menschen von den Auswirkungen der Dürre betroffen.

Nachdem sich die Situation bereits in den vergangenen Jahren wegen verschiedener Dürren immer weiter zuspitzte, ist die Lage auf der Insel vor der Ostküste Afrikas nun besonders drastisch.

So ist zwischen November 2020 und Januar 2021 weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Vertrocknete Felder und massive Ernteausfälle sind die Folge.

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Durch die Corona-Pandemie kommt es zusätzlich zu unterbrochenen Transportwegen und Lieferketten. Dadurch steigen die Preise für Nahrungsmittel kontinuierlich an. Vor allem Tagelöhner und ärmere Kleinbauern können dadurch ihre Familien nicht mehr ausreichend ernähren.

"Unsere Kollegen im Süden berichten von Feldern, die aufgrund des fehlenden Regens zu Staub und Sand geworden sind", berichtet Marlene Müller, Programmleiterin der Welthungerhilfe. "Die Menschen ernähren sich von Blättern, Beeren und Heuschrecken."

Welthungerhilfe unterstützt Madagaskar mit 300.000 Euro Soforthilfe

Um die Hungersnot zu entschärfen, rief das Welternährungsprogramm zu Spenden auf. Die Welthungerhilfe weitet zudem ihre Unterstützung in den derzeitigen Einsatzgebieten im Süden des Landes aus.

In Abstimmung mit der Humanitären Koordination der Vereinten Nationen und der Nationalen Katastrophenbehörde Madagaskars sollen die am stärksten gefährdeten Menschen nun schnellstmöglich Zugang zu Nahrung und Wasser bekommen.

Titelfoto: Fenoarisoa Ralaiharinony/Welternährungsprogramm WFP/dpa

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