Tödliches Zugunglück in Rastede: Wie konnte es dazu kommen?

Oldenburg - Bei einem tragischen Unfall an einem Bahnübergang in Rastede (Niedersachsen) ist am Mittwoch ein 52 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Doch noch ist völlig unklar, wie es zu dem verheerenden Unglück kommen konnte.

Der Zug der Nordwestbahn kam erst 200 Meter nach der Unglücksstelle zum Stehen.
Der Zug der Nordwestbahn kam erst 200 Meter nach der Unglücksstelle zum Stehen.  © Andre van Elten/dpa

Der betroffene Zug der Nordwestbahn war gegen 11 Uhr auf dem Übergang "Liethe" mit einem Lastwagen kollidiert, der zuvor auf der Wilhelmshavener Straße in Richtung Norden unterwegs gewesen war.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Lastwagen-Fahrer aus seinem Fahrerhaus geschleudert. Trotz mehrerer Wiederbelebungsversuche durch die eintreffenden Einsatzkräfte erlag der Mann aus dem Landkreis Ammerland noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen, wie die Polizei inzwischen bestätigte.

Im Zug, der erst 200 Meter hinter der Unglücksstelle zum Stehen kam, befanden sich nach Feuerwehrangaben zu dem Zeitpunkt rund 200 Fahrgäste. Einige von ihnen standen nach dem Vorfall unter Schock. Weitere Verletzte habe es aber nicht gegeben. Alle Fahrgäste wurden schließlich aus dem Zug evakuiert und zu einer Sammelstelle gebracht.

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Für die Rettungs- und Bergungsarbeiten wurden die Wilhelmshavener Straße sowie die Bahnstrecke Oldenburg/Wilhelmshaven komplett gesperrt.

Erst gegen 19 Uhr konnte die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben werden. Letzte Aufräumarbeiten sollen erst im Laufe des Donnerstag beendet werden.

Bahnschranke war außer Betrieb

Inzwischen hat die Polizei auch erste Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Die zuständigen Beamten teilten mit, dass auf dem Bahnübergang derzeit eine Baustelle eingerichtet sei.

Demnach sei die automatische Beschrankung dort zum Unfallzeitpunkt außer Betrieb gewesen, die Sperrung des Übergangs erfolge zurzeit grundsätzlich manuell mit einem einfachen Band, das über die Fahrbahn gezogen werde. Ob dieses bereits die Schienen absperrt hatte, als sich der Lastwagen näherte, ist bislang unklar.

Wer genau nun aber die Schuld an dem tragischen Unfall trägt, müsse noch ermittelt werden.

Titelfoto: Andre van Elten/dpa

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