Zug-Tragödie in Spanien! Zahl der Toten steigt auf mindestens 68 an

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Toledo (Spanien) - Verheerender Unfall auf einer Bahnstrecke vor der spanischen Hauptstadt! Kurz vor dem Ort Toledo sind mindestens 68 Menschen bei einem Zugunglück ums Leben gekommen.

Die spanische Bahngesellschaft Renfe vermeldete, dass der Bahnverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien derzeit eingestellt ist.
Die spanische Bahngesellschaft Renfe vermeldete, dass der Bahnverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien derzeit eingestellt ist.  © Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa

Die Tragödie ereignete sich am Mittwochvormittag kurz vor 9 Uhr in der Nähe des Bahnhofes von Urda in Toledo.

Dort krachten aus bisher nicht eindeutig geklärten Umständen zwei Hochgeschwindigkeitszüge ineinander. Durch den heftigen Aufprall stürzten mehrere Waggons die Böschung neben den Gleisen hinab.

Die Regionalregierung bestätigte am Nachmittag mindestens 68 Tote.

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Emiliano García-Page, der Präsident der Region Kastilien-La Mancha, bestätigte währenddessen gegenüber den Medien, dass es über 80 Verletzte gebe. 30 von ihnen mit leichten und 50 mit schweren Verletzungen. 15 Personen befinden sich noch immer in einem kritischen Zustand.

Unter den Schwerverletzten soll es auch mehrere Personen mit lebensgefährlichen Verletzungen geben, die mithilfe von Hubschraubern auf die umliegenden Krankenhäuser verteilt wurden.

Mehrere Waggons stürzten eine Böschung herab.
Mehrere Waggons stürzten eine Böschung herab.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Sprecher bestätigt, dass alle Passagiere aus den Waggons befreit wurden

Rettungskräfte versorgten die Opfer am Unfallort.
Rettungskräfte versorgten die Opfer am Unfallort.  © Manu Fernandez/AP/dp

Demnach sollen sich zum Zeitpunkt des Unfalls 146 Fahrgäste in dem Zug der privaten Bahngesellschaft Iryo und 397 Personen in dem der spanischen Bahngesellschaft Renfe befunden haben. Letzterer soll auf den Iryo aufgefahren sein, weil dieser nach einem Systemausfall stehen geblieben war.

Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran zu klären, wie es zu dem tragischen Unglück kommen konnte. Die erste Vermutung schließt auf ein menschliches Versagen als Unfallursache.

Demnach soll es kurz vor dem Unfall einen größeren Ausfall im Hauptsignalsystem in der Region gegeben haben, woraufhin acht Züge aus Sicherheitsgründen anhalten mussten.

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Das System, welches eigentlich automatisch funktioniert, wird während eines solchen Unfalls auf den manuellen Betrieb umgestellt, sodass Mitarbeiter der Bahninfrastrukturverwaltung selbst die Arbeit des Systems übernehmen müssen.

Zugunglück soll auf menschliches Versagen zurückzuführen sein

Der Blick auf das Trümmerfeld in Toledo.
Der Blick auf das Trümmerfeld in Toledo.  © Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa

Der Mitarbeiter der spanischen Eisenbahninfrastrukturverwaltung (adif) soll laut erster Vermutung dem Renfe-Zug das Signal zum Weiterfahren gegeben haben.

Dabei habe er jedoch nicht gesehen, dass sich der Iryo-Zug noch nicht in Bewegung gesetzt hatte und noch immer den Gleisabschnitt vor dem Renfe-Zug blockierte.

So raste die Bahn über die Strecke und krachte schließlich in die stehenden Wagons der anderen Bahn.

Menschen werden noch immer in den Trümmern vermutet

Im Institut für Rechtsmedizin in Toledo wird derzeit eine Leichenhalle vorbereitet. Hierhin sollen die Todesopfer des tragischen Zugunglücks zunächst gebracht werden.
Im Institut für Rechtsmedizin in Toledo wird derzeit eine Leichenhalle vorbereitet. Hierhin sollen die Todesopfer des tragischen Zugunglücks zunächst gebracht werden.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Unterdessen wurde vom spanischen Militär ein Sperrkreis eingerichtet, der die Arbeit der Einsatzkräfte erleichtern soll. Es wird vermutet, dass sich noch immer Menschen unter den Wrackteilen befinden.

Um die Suche zu beschleunigen, wurde eine Hundestaffel beordert. Zudem wurde die militärische Notfalleinheit, die zunächst aus lediglich 100 Soldaten bestand, auf 200 Soldaten aufgestockt.

Joaquín Antonio Pino, der Landwirtschaftsminister der Region, sieht die Schuld bei diesem Unglück klar bei der Landesregierung: "Leider sehen wir uns heute mit einem weiteren Vorfall, einem weiteren Mord konfrontiert, denn nichts geschieht zufällig."

Laut ihm werden "öffentliche Gelder anstatt in die Infrastruktur und das Wohlergehen der Bevölkerung eher für Dinge wie Prostitution oder die Bevorzugung von Verwandten verschwendet".

Erstmeldung am 28. Oktober 10.27 Uhr, fortlaufend aktualisiert.

Titelfoto: Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa

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