Neue Strategie 2030: VW schraubt Fahrzeugproduktion um weitere Million Autos herunter

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Von Frank Johannsen

Wolfsburg - Der VW-Konzern will seine Sparbemühungen verstärken und sich mit einer neuen Strategie 2030 neu ausrichten.

Laut Konzernchef Oliver Blume (57) soll das Produktportfolio vereinfacht und verschlankt werden. (Archivbild)
Laut Konzernchef Oliver Blume (57) soll das Produktportfolio vereinfacht und verschlankt werden. (Archivbild)  © Hannes P Albert/dpa

Erste Eckpunkte nannte der Konzern nun in einer internen Unterrichtung. Trotz der laufenden Effizienzprogramme verdiene der Konzern mit seinen Autos zu wenig Geld, heißt es in einer Management-Information, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Im derzeitigen Umfeld reichten die bislang geplanten Kostensenkungen nicht aus. "Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen", wird Finanzvorstand Arno Antlitz (56) zitiert.

Zwar habe der Konzern bereits Milliarden Euro eingespart. Angesichts zunehmender geopolitischer Verwerfungen müsse VW aber weiter hart an den Kosten arbeiten und sich noch robuster aufstellen, heißt es in dem Schriftstück weiter.

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VW-Volkswagen VW zahlt US-Mitarbeitern deutlich mehr Geld

Details zu möglichen Einsparungen nannte der Konzern nicht. Laut "Handelsblatt" hatte der Aufsichtsrat am Montag über einen Bericht des Vorstands zum Sanierungsprogramm und zum Stand der Sparbemühungen beraten.

Beschlüsse wurden dabei Konzernkreisen zufolge nicht gefasst. Es habe sich nur um eine Unterrichtung gehandelt. Demnach soll auch eine neue Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting vorgestellt worden sein.

Blume: VW verdient nicht genug - neues Zielbild 2030

"Die Volkswagen Group hat eine starke Substanz", wird Konzernchef Oliver Blume (57) in der Management-Information zitiert. "Allerdings verdienen wir heute nicht genügend Geld mit unseren Fahrzeugen, um unsere Zukunft nachhaltig zu finanzieren." Blume hatte im März bei der Bilanzvorlage angekündigt, an einem neuen "Zielbild Volkswagen Konzern 2030" zu arbeiten.

In der Management-Information nannte Blume nun Eckpunkte des neuen Zielbildes: Das Produktportfolio solle vereinfacht und verschlankt werden, der Konzern sich auf weniger Plattformen und Technologien konzentrieren.

Zugleich müsse der Konzern die Zuständigkeiten zwischen Konzern, Marken und Regionen klarer regeln und seine Ressourcen dort einsetzen, wo sie am meisten Mehrwert schaffen.

VW will Überkapazitäten abbauen

Derzeit baut VW bei der Kernmarke und den Töchtern Audi und Porsche 50.000 Jobs ab. (Archivbild)
Derzeit baut VW bei der Kernmarke und den Töchtern Audi und Porsche 50.000 Jobs ab. (Archivbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

VW-Konzernchef Oliver Blume hatte erst vor wenigen Tagen im "Manager Magazin" angesichts des schwierigen Marktumfeldes angekündigt, weltweit Produktionskapazitäten abzubauen.

Global solle sie noch einmal um eine Million Fahrzeuge sinken - "auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr". Das entspricht ziemlich genau dem aktuellen Absatz: Im vergangenen Jahr hatte der Konzern weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert.

 "Überkapazitäten sind für unser Unternehmen langfristig nicht tragfähig", hatte Blume gesagt. Eine Entscheidung, ob dafür Werke geschlossen werden müssen, ist laut Blume noch nicht getroffen. Blume sagte auch: "Es gibt intelligentere Methoden, als gleich ein Werk zu schließen."

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Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (58, SPD) hatte sich erst am Wochenende klar gegen mögliche Werkschließungen ausgesprochen.

Zwar müsse VW sich an die Marktlage anpassen, sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". Das bedeute aber nicht, "dass man zwangsläufig Standorte in Europa schließt". Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern beteiligt und hat dort ein Vetorecht gegen wichtige Beschlüsse.

Derzeit baut Volkswagen bei der Kernmarke und den Töchtern Audi und Porsche in Deutschland zusammengenommen 50.000 Jobs ab, um die Kosten zu senken, davon 35.000 bei der Kernmarke. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Vereinbarung mit der IG Metall bis 2030 ausgeschlossen, der Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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