Sachsen-MP Kretschmer: Keine Entscheidung zu VW-Werken am Freitag

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Von Andreas Hummel

Zwickau/Dresden - Nach Berichten über ein Ende der Autoproduktion an vier deutschen Standorten von VW und Audi nach 2030 hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) appelliert, "die Nerven zu behalten". "Auch am Freitag wird es dazu keine Entscheidung geben", sagt der CDU-Politiker in einem Videostatement auf Facebook. Mit Blick auf die betroffene E-Auto-Fabrik in Zwickau ergänzt er: "Wir haben bei uns in Zwickau-Mosel die Argumente voll auf unserer Seite. Wir sind das effizienteste Werk." 

Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) hat sich in einem Videostatement zu den neuesten Gerüchten rund um das VW-Werk in Zwickau geäußert.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) hat sich in einem Videostatement zu den neuesten Gerüchten rund um das VW-Werk in Zwickau geäußert.  © Jan Woitas/dpa

Die jüngsten Nachrichten bezeichnet er als "ganz bedrückende Gerüchte". Die Zeitung "Wirtschaftswoche" berichtet über ein Papier des VW-Vorstandes für den Aufsichtsrat, wonach die Produktion in Emden und Zwickau 2031 enden soll, im Werk Hannover 2032 und im Audi-Werk Neckarsulm 2034. Das Kontrollgremium soll diese Woche tagen. 

"Diese Nachricht macht uns wütend", sagt die Vorsitzende der Linke-Fraktion im sächsischen Landtag, Susanne Schaper (47). "Dahinter stecken die überreichen Eigentümerfamilien und ein versagendes Management, die alle miteinander den Hals nicht vollkriegen." 

Der Zwickauer Landrat Carsten Michaelis (53, CDU) fordert von Konzernchef Oliver Blume (58) eine eindeutige Klarstellung. Die bekannt gewordenen Berichte "treffen Zwickau und die gesamte Region mit voller Wucht".

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Sollte der VW-Vorstand tatsächlich bereits einstimmig das Ende der Fahrzeugproduktion in Zwickau 2031 beschlossen haben, stehe das im Widerspruch zu dem Eindruck, den Blume vergangene Woche bei seinem Besuch in Zwickau vermittelt habe.

Wirtschaftsminister von Berichten überrascht

VW-Chef Oliver Blume (58) hat erst vergangene Woche das Werk in Zwickau besucht.
VW-Chef Oliver Blume (58) hat erst vergangene Woche das Werk in Zwickau besucht.  © Kay Nietfeld/dpa

"Es ist noch nicht der Punkt, an dem entschieden wird, wie es wirklich mit Volkswagen weitergeht", versichert derweil Kretschmer. Er hatte sich vorige Woche zu einem Gespräch mit Konzernchef Oliver Blume und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in Dresden getroffen. 

Daher zeigte sich Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) überrascht von den neuesten Berichten. "Entscheidend für uns ist, was wir mit Volkswagen in Zwickau besprochen und vereinbart haben: Wenn das Zwickauer Werk wettbewerbsfähig ist und mit Standorten in Osteuropa mithalten kann, gibt es keinen Grund, das Werk zu schließen."

"Für die Zukunft unserer Standorte werden wir gemeinsam kämpfen", betont der Betriebsratsvorsitzende der Zwickauer E-Auto-Fabrik, Mario Albert. Die neuen Schlagzeilen sorgten für Unruhe. "Klar ist, dass der Vorstand weiterhin an möglichen Werksschließungen festhält. Genauso klar ist aber auch, dass er darüber nicht allein entscheidet." 

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Die Arbeitnehmerseite stehe geschlossen zusammen: "Mit uns wird es keine Werksschließungen geben." Volkswagen trage Verantwortung für seine Beschäftigten, ihre Familien und die Regionen, in denen die Werke seit Jahrzehnten fest verwurzelt seien. 

Michael Kretschmer: "Wir halten zusammen"

Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche soll die Produktion im Zwickauer VW-Werk 2031 auslaufen.
Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche soll die Produktion im Zwickauer VW-Werk 2031 auslaufen.  © Ralph Kunz

Die Mitarbeiter wüssten, was die Stunde geschlagen habe, betont Kretschmer. "Meine Gespräche mit der IG Metall, mit dem Betriebsratsvorsitzenden und mit dem Vorstand haben alle dazu geführt, dass wir anpacken müssen, dass wir einen Schulterschluss brauchen mit der Bundespolitik, aber auch hier in den eigenen Werken", sagt Kretschmer.

"Insofern brauchen wir jetzt ein gemeinsames Zutrauen. Wir halten zusammen." 

Die Autofabrik in Zwickau mit aktuell rund 8000 Beschäftigten ist Vorreiter bei Volkswagen in der Produktion von E‑Autos. Zudem wird hier ein neues Standbein im Bereich der Kreislaufwirtschaft aufgebaut. Bis Ende 2030 gibt es eine vertraglich vereinbarte Standort- und Beschäftigungsgarantie. 

"Wir müssen entlang unseres Erfolgskonzepts für unseren Standort werben", betont Kretschmer. "Und dann, bin ich sicher, haben wir auch eine gute Chance, dass die Wiege der Automobilindustrie in Zwickau-Mosel auch in den nächsten Jahrzehnten ein starker Standort der Automobilproduktion bleibt."

Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Jan Woitas/dpa

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