Keine Schutzbrille mehr bekommen? So wird ein Schuhkarton zum Retter für Finsternis-Fans!

Deutschland - Keine Brille - ein Problem: Wer am Mittwoch die partielle Sonnenfinsternis bewundern will, braucht unbedingt einen speziellen Augenschutz, damit die Netzhaut nicht beschädigt wird. Auf den letzten Drücker jetzt noch so eine Finsternisbrille zu bekommen, wird allerdings schwierig. Zum Glück gibt es dennoch eine Möglichkeit, sich einen Schutz zu basteln - mit Materialien, die eigentlich fast jeder zu Hause haben sollte.

Alufolie, Pappe, Butterbrotpapier und ein Karton: Eine Lochkamera ist gar nicht so schwer selbst zu bauen.  © KI-generiertes Bild

Laut dem "Haus der Astronomie" soll es einen ziemlich simplen Weg geben, die partielle Sonnenfinsternis, bei der sich am Mittwochabend der Mond vor die Sonne schiebt, gefahrlos beobachten zu können. Dafür muss man nur Lust auf eine kleine Bastel-Aktion haben.

Die Lösung nennt sich Lochkamera! Dies ist am Ende einfach nur eine Pappkiste mit einem kleinen Loch an der einen und einer Projektionsfläche an der anderen Seite.

Benötigt werden dafür ein Karton, Alufolie, eine Nähnadel oder Reißzwecke sowie Butterbrotpapier beziehungsweise Seidenpapier oder Ähnliches. Wichtig ist, dass das Papier nur durchscheinend und nicht durchsichtig ist.

Weltall Sonnenfinsternis im August: An diesen Orten könnt Ihr das Naturschauspiel am besten sehen

Glücklicherweise wird für den nächsten Schritt kein sonderliches Basteltalent gebraucht: Auf der einen Seite des Kartons befestigt man die Alufolie straff über der Öffnung der Kiste. Darin sticht man ein Loch von einer ungefähren Größe von 1 bis 2 Millimetern. Das Loch soll tatsächlich so klein sein, da ein größeres ein helleres und unschärferes Bild ergibt.

Ein Projektionspapier - also das Butterbrotpapier - wird im Inneren auf dem gegenüberliegenden Deckel mit Klebestreifen angebracht. Anschließend wird noch ein kleines Sichtfenster an der Seite ausgeschnitten.

Anzeige

Alternative Finsternisbrille: So funktioniert die Lochkamera

Die partielle Sonnenfinsternis sollte am Mittwochabend nur mit einem speziellen Augenschutz beobachtet werden.  © Natacha Pisarenko/AP/dpa

Dann ist die Lochkamera tatsächlich schon einsatzbereit: Während man mit dem Rücken zum Spektakel steht, wird der Karton mit dem kleinen Löchlein in Richtung der Sonnenfinsternis gehalten. Auf dem Projektionspapier sieht man durch das Sichtfenster dann eine kleine Sonnenscheibe.

Ohne Schutz kann der Blick in die Sonnenfinsternis tatsächlich richtig gefährlich werden. Es besteht das Risiko, dass die Augen schwer geschädigt werden oder man gar erblinden könnte.

Experten empfehlen deshalb eine Spezial-Brille gemäß der Norm ISO 12312-2:2015. Diese Finsternisbrillen filtern UV-Strahlen zu 100 Prozent und schützen dadurch die Netzhaut. Wichtig zu erwähnen: Diese Leistung erbringt eine normale Sonnenbrille nicht!

Weltall Für Notfälle im All: Astronaut Matthias Maurer übt Zähne ziehen

Wer dennoch ohne Schutz einen Blick auf die Sonnenfinsternis wirft und zunächst keine Schmerzen spürt, sollte sich nicht in Sicherheit wiegen: Da die Augen über keine Schmerzrezeptoren verfügen, wird das Gehirn in jenem Moment nicht davor gewarnt, dass es gerade zu einer Verletzung kommt.

Die Sehstörungen treten erst später auf.

Mehr zum Thema Weltall: