Ausbreitung exotischer Arten: Virologe fordert flächendeckende Mückenbekämpfung in Deutschland

Hamburg - Vor dem Hintergrund des Klimawandels fordert das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) eine intensivere Bekämpfung von Stechmücken.

Mücken der Art Aedes vexans kommen hierzulande am häufigsten vor. Die kleinen Tiere können tropische Krankheiten übertragen.
Mücken der Art Aedes vexans kommen hierzulande am häufigsten vor. Die kleinen Tiere können tropische Krankheiten übertragen.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wärmere Sommer und veränderte Niederschläge hätten die Ausbreitung exotischer Stechmückenarten Richtung Norden begünstigt, sagte der BNITM-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (43).

Zudem werde immer klarer, dass auch heimische Stechmückenarten eine Vielzahl von Viren übertragen könnten, betonte er am gestrigen Freitag zum Tag der Stechmücke am 20. August.

Die Stechmückenbekämpfung in Deutschland müsse dringend flächendeckend professionalisiert werden, sagte der Wissenschaftler. "Es muss eine gezielte und nachhaltige Bekämpfung geben, ohne andere Insekten dabei zu schädigen", sagte er.

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In Griechenland würden mithilfe des "Early Warning System for Mosquito borne diseases" (EYWA) Risikozonen frühzeitig identifiziert, sodass dort Stechmücken gezielt bekämpft werden könnten.

Als weiteres Beispiel nannte Schmidt-Chanasit die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), die seit Jahrzehnten die Ausbreitung der Stechmücken in den Brutgewässern am Oberrhein kontrolliert. In manchen Regionen werden Stechmücken als Schnaken bezeichnet, obwohl die eigentlichen Schnaken (Tipulidae) Menschen nicht stechen.

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (43) fordert eine flächendeckende Mückenbekämpfung in Deutschland.
Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (43) fordert eine flächendeckende Mückenbekämpfung in Deutschland.  © Christian Charisius/dpa
Durch den Klimawandel und die Ausbreitung exotischer Mückenarten können Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber nach Deutschland gelangen.
Durch den Klimawandel und die Ausbreitung exotischer Mückenarten können Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber nach Deutschland gelangen.  © mycteria/123RF

Schmidt-Chanasit leitet die Abteilung Arbovirologie und Entomologie am Bernhard-Nocht-Institut, die sich unter anderem mit der Übertragung tropischer Infektionskrankheiten durch blutsaugende Insekten beschäftigt.

Titelfoto: mycteria/123RF

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