Studie enthüllt Schockierendes: Sterben Männer etwa bald aus?

Melbourne - Wissenschaftlerin Jenny Graves hat herausgefunden, dass sich Y-Chromosomen im Laufe der Zeit immer weiter zurückbilden. Doch welche Folgen kann das für das Fortbestehen der Menschheit haben?

Y-Chromosomen (Mitte) haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter zurückgebildet. (Symbolbild)  © 123rf/ Serhii Yaremenko

Während die weiblichen X-Chromosomen aus rund 1000 gesunden Genen bestehen und bei Frauen zweimal zu finden sind, haben Männer neben einem von diesen ein Y-Chromosom in ihrer DNA.  

Da Menschen normalerweise keine zwei Y-Chromosomen haben, kann sich das Y nicht mit sich selbst rekombinieren und ist daher in der Folge über Millionen von Jahren mit Fortschreiten der Evolution immer kleiner geworden.

Graves, die als Genetikerin an der La Trobe University in Melbourne arbeitet, fand in diesem Kontext heraus, dass das Y-Chromosom vor 166 Millionen Jahren eine ähnliche Anzahl von Genen hatte wie das X-Chromosom - ungefähr 1669. 

Wissenschaft und Forschung Mithilfe von KI: Wissenschaftler aus Ostdeutschland basteln an Vorhersage von Pollen

Es braucht also "kein allzu großes Gehirn, um zu erkennen, dass bei einer einheitlichen Verlustrate - 10 Gene pro Million Jahre - das gesamte Y-Chromosom in 4,5 Millionen Jahren verschwunden sein wird", erklärt Graves gegenüber Live Science.

Eben dieser Verlust konnte auch bei anderen Spezies wie bestimmten Arten von Ratten und Mäusen festgestellt werden.

Anzeige

Der Verlust des Y-Chromosom bedeutet nicht zwangsläufig das Aussterben der Menschheit

Selbst wenn das Y-Chromosom irgendwann nicht mehr im Genpool des Menschen vorhanden sein wird, heißt das nicht, dass es plötzlich keine Männer mehr gibt.  © 123rf/ Roman Samborskyi

Doch bedeutet dies, dass der männliche Teil der Menschheit vom Aussterben bedroht ist? 

Nicht zwangsläufig.

Eben diese Tiere zeigen, dass der Verlust des Y-Chromosoms nicht unbedingt zum Verfall führt, denn bei beiden Arten lassen sich immer noch sowohl Weibchen als auch Männchen finden.

Wissenschaft und Forschung NASA arbeitet an Projekt "LASSIE": Hunde für den Mond?

Tatsächlich spielen die beiden Chromosom-Arten aber eine untergeordnetere Rolle bei der menschlichen Fortpflanzung als bisher angenommen wurde, denn in Wahrheit leben 95 Prozent der Gene, die für die Unterschiede zwischen Männern und Frauen verantwortlich sind, nicht auf den X- und Y-Chromosomen.

Zum Beispiel befindet sich ESR1, ein Gen auf Chromosom 6. Dieses ist für das weibliche Wachstum und die sexuelle Entwicklung von entscheidender Bedeutung. "Das Y-Chromosom zu verlieren bedeutet nicht, das Männchen zu verlieren", behauptet Rasmus Nielsen, Genetiker an der University of California in Berkeley. 

Höchstwahrscheinlich wird in diesem Fall ein anderes Gen nachrücken und dessen Aufgaben übernehmen.

Mehr zum Thema Wissenschaft und Forschung: