Studie lässt aufhorchen: Extreme Kälte gefährlicher als Hitze

USA - Bei dieser Nachricht müssen sich alle Winterfans warm anziehen! Wie eine aktuelle globale Studie nun herausgefunden haben will, besteht ein Zusammenhang zwischen der Sterblichkeitsrate und extremer Kälte. Dabei sollen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine größere Rolle spielen.

Eiseskälte birgt laut einer globalen Studie größere Gesundheitsgefahren als bislang angenommen. (Symbolbild)
Eiseskälte birgt laut einer globalen Studie größere Gesundheitsgefahren als bislang angenommen. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

In Zeiten des Klimawandels und der damit einhergehenden Erderwärmung kommt diese Nachricht überraschend: Klirrende Kälte ist nicht nur unangenehm, sondern auch überaus gefährlich!

Wie das Wissenschaftsmagazin der American Heart Association (AHA) "Circulation" veröffentlicht, ist Kälte für einen Anstieg der Sterblichkeitsrate verantwortlich.

Konkret bedeutet das: Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Sterblichkeit bei Kälte um ein Drittel höher war als bei Temperaturen mit der niedrigsten Sterblichkeitsrate.

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Hierzu nahm das Forschungsteam um Barrak Alahmad Probanden aus insgesamt 567 Städten in 27 Ländern, die auf fünf Kontinenten verteilt waren, unter die Lupe.

Der Arbeitsaufwand war enorm, denn es wurden über einen Zeitraum von 40 Jahren (1979 bis 2019) Daten von mehr als 32 Millionen Todesfällen, die allesamt durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder chronische Herzinsuffizienz zustande kamen, analysiert.

Damit eine einheitliche Betrachtung der Ergebnisse gewährleistet werden konnte, verglichen die Forscher jene Regionen, in denen die Sterblichkeit der Herz-Kreislauf-Erkrankungen am geringsten war. Als Extremwerte stufte das Forschungsteam jene Temperaturen ein, die ungefähr ein Prozent der kältesten oder heißesten Tage - verglichen mit Tagen mit der geringsten Mortalität - aufwiesen.

Kälte und Sterblichkeitsrate: Diese Gruppe ist besonders betroffen

Glühende Hitze macht vielen Menschen gesundheitlich zu schaffen. Eine neue Studie offenbart nun, dass klirrende Kälte im Vergleich dazu das (noch) schlimmere Übel ist. (Symbolbild)
Glühende Hitze macht vielen Menschen gesundheitlich zu schaffen. Eine neue Studie offenbart nun, dass klirrende Kälte im Vergleich dazu das (noch) schlimmere Übel ist. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Wissenschaftler überraschen mit einer verblüffenden These: Extreme Kälte ist deutlich belastender für das Herz-Kreislauf-System als Hitze.

Die Statistik spricht für sich: An besonders kalten Tagen erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, durch einen Herzinfarkt oder eine chronische Herzschwäche zu sterben, signifikant um etwa 33 Prozent. Einzig die Gefahr, durch einen Schlaganfall zu sterben, lag mit 37 Prozent noch höher.

Im Vergleich hierzu scheint die Hitze weitaus weniger gefährlich zu sein als bislang angenommen, denn in Bezug auf Todesfälle infolge von Herzinfarkten oder chronischer Herzschwäche lagen diese "nur" rund sieben Prozent über der Norm. Die Sterblichkeit durch Schlaganfälle war an heißen Tagen um rund zehn Prozent erhöht.

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In ihrer Abschlusserklärung haben die Wissenschaftler mit der chronischen Herzinsuffizienz ein besonders großes Risiko in Hinblick auf niedrige Temperaturen ausgemacht.

"Herzschwäche war mit der höchsten zusätzlichen Sterblichkeit an extrem heißen und extrem kalten Tagen assoziiert - mit 2,6 mehr Todesfällen pro 1000 (durch diese Krankheit) bei extremer Hitze und mit 12,8 mehr Todesfällen pro 1000 durch Herzinsuffizienz" - so die verblüffende Erkenntnis der amerikanischen Forscher.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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