Studie zeigt: Deshalb schnarchen Frauen häufiger als Männer

London - Sobald nachts die Lichter ausgehen, beginnt in vielen Schlafzimmern das große Schnarchen! Wenn es nach einer britischen Studie geht, kommen nun brisante Ergebnisse über geschlechterspezifisches Schnarchen ans Tageslicht. Dabei gibt es für (fast) alles eine Erklärung.

Schnarchen betrifft im jüngeren Alter mehr Frauen als Männer, wie eine britische Studie nun herausfand. (Symbolbild)
Schnarchen betrifft im jüngeren Alter mehr Frauen als Männer, wie eine britische Studie nun herausfand. (Symbolbild)  © Bernd Diekjobst/dpa

Schnarchen ist ein natürliches Phänomen und betrifft Jung und Alt.

Wie eine Studie des britischen Royal National Throat, Nose and Ear Hospital nun herausgefunden hat, bestehen allerdings nennenswerte Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und die Ergebnisse überraschen in gewisser Hinsicht.

Denn: Junge Frauen neigen häufiger zum Schnarchen als ihre männlichen Partner. Ein weit verbreitetes Klischee, nämlich dass Männer häufiger und lauter schnarchen als Frauen, konnte damit widerlegt werden!

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Die Londoner Wissenschaftler wollen hierfür auch Gründe ausgemacht haben.

Zum einen ist den Schlafforschern eine altersspezifische Nuance aufgefallen. Dabei konnte in Erfahrung gebracht werden, dass 34 Prozent der jungen Frauen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren mindestens dreimal wöchentlich zum Schnarchen neigten. Ihre männlichen Pendants in derselben Altersgruppe kamen hierbei lediglich auf einen Wert von 31 Prozent.

Als einer der Gründe hierfür nennen die Wissenschaftler die seit Anfang der 1990er-Jahre rasant steigende Fettleibigkeit unter jungen Frauen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt auch die Schlafmedizinerin Maritta Orth, Chefärztin der Abteilung Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Mannheimer Theresienkrankenhaus, gegenüber Deutschlandfunk Nova.

Übergewicht als unterschätzter Faktor

Wer schnarcht, fühlt sich in der Regel unausgeschlafen und matt. (Symbolbild)
Wer schnarcht, fühlt sich in der Regel unausgeschlafen und matt. (Symbolbild)  © Christin Klose/dpa

Das Fett, welches sich am Hals anlagert, stellt der Schlafmedizinerin zufolge eine wesentliche Komponente beim Schnarchvorgang dar.

Des Weiteren könne in den Augen von Dr. Orth ein fliehendes Kinn (hierbei handelt es sich um ein schwach ausgebildetes Kinn, wodurch der Mund und die Nase weit vorgeschoben erscheinen) das Schnarchen ebenso begünstigen.

Allerdings scheint der Mythos des laut schnarchendes Mannes dann doch nicht ganz falsch, denn zumindest unter älteren Männern (in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen) lassen sich ganz andere Zahlen heranziehen. Hierbei steigt der Anteil der "Schnarcher" auf satte 45 Prozent und damit auf zehn Prozent mehr als unter den gleichaltrigen Frauen.

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Starkes Schnarchen ist zwar in der Regel harmlos, doch die Schlafqualität kann dennoch erheblich darunter leiden.

Aus diesem Grund ist es ratsam, sich bei chronischem Schnarchen einen Arzt aufzusuchen, damit es gar nicht erst zu Folgeerscheinungen wie einem Schlafmangel kommt. Außerdem würden die Bettnachbarn- falls vorhanden - ebenso besser schlafen...

Titelfoto: Bernd Diekjobst/dpa

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