Hitzewelle trifft Thüringen hart: Rund 230 Menschen sterben an extremen Temperaturen
Von Annett Gehler
Erfurt - Im teils extrem heißen Sommer sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Thüringen bislang rund 230 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben.
Das sind schon jetzt weitaus mehr als in jedem Gesamtjahr seit 2016. Der bisherige Höchststand der vergangenen Jahre lag im Freistaat bei geschätzt 190 Hitzetoten im Sommer 2018, wie aus Zahlen des RKI in Berlin hervorgeht. Der diesjährige Sommer ist allerdings noch nicht vorbei, die Temperaturen sind weiterhin hoch.
Deutschlandweit geht das RKI davon aus, dass in diesem Jahr bislang rund 11.900 Menschen wegen der Hitze gestorben sind. Die Gesamtzahl könnte sogar noch höher liegen: Laut RKI handelt es sich um eine konservative Schätzung. Rund 9600 hitzebedingte Sterbefälle gingen auf die Woche vom 22. bis 28. Juni zurück, heißt es im aktuellen Wochenbericht des RKI.
Vielerorts in Deutschland lagen die Temperaturen in diesen Tagen um die 40 Grad. Die meisten Todesfälle wurden in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet.
Unmittelbar zum Tod führt Hitzeeinwirkung nur in wenigen Fällen, etwa bei einem Hitzschlag, so das RKI. Meistens komme eine Kombination aus starker Hitze und bereits bestehenden Vorerkrankungen, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- und Nierenkrankheiten, zusammen.
Diese werden dann meist als Todesursache angegeben. Auf dem Totenschein werde zumeist nicht die Hitze als Todesursache vermerkt. Daher stellt das RKI statistische Berechnungen zu den Hitzetoten an.
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa
