Kurz vor Wahlen in Ostdeutschland: Jüdische Gemeinde warnt vor AfD
Von Jasmin Beisiegel
Thüringen - Kurz vor mehreren Wahlen in Ostdeutschland warnt der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, vor der AfD.
Der Vergleich mit der NSDAP zeige die Parallelen in der Aufstiegsphase beider Parteien, schrieb Schramm in einem Gastbeitrag der "Thüringischen Landeszeitung".
Mit der Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen und mit der Bekämpfung der deutschen Erinnerungskultur begünstige die AfD ihren eigenen allmählichen Aufstieg zur Macht, so Schramm.
Zeitzeugen des Naziterrors verfolgten "mit Ängsten die Entwicklung der heutigen, zunehmend rechtsextremen AfD".
Charlotte Knobloch, Holocaustüberlebende und frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, hatte im Magazin "Stern" den Vergleich gezogen.
Schramm: Ängste der Zeitzeugen bei Wahlen respektieren
"Auch die NSDAP hat einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist", sagte sie. Exakt das passiere bei der AfD. "Ich sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen ist." Sie habe viele schreckliche Parteien erlebt, NPD, Republikaner, DVU, aber keine sei so gefährlich gewesen die AfD.
"Respektieren wir die verbliebenen Zeitzeugen wie Charlotte Knobloch mit ihren Erfahrungen, Leiden und Ängsten, indem wir unsere Wählerstimmen in diesem September in Ostdeutschland demokratischen Parteien geben", forderte Schramm.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa
