Stinkt bestialisch! Was breitet sich hier in unseren Wäldern aus?

Suhl - Rote Tentakel und bestialischer Geruch: Der Tintenfischpilz breitet sich immer mehr in unseren Wäldern aus.

Ein Tintenfischpilz im Thüringer Wald bei Schwarza.
Ein Tintenfischpilz im Thüringer Wald bei Schwarza.  © Johannes Krey

Seit einigen Tagen sprießen immer mehr der leuchtend roten Exoten im Thüringer Wald bei Schwarza aus dem Boden und verbreiten in diesem Zusammenhang einen widerlichen Aasgeruch. 

Seit einigen Jahren taucht der Tintenfischpilz immer häufiger in deutschen Wäldern auf. 

Ursprünglich kommt der Pilz, der zur Gattung der Gitterlinge gehört aus dem südpazifischen Raum und ist eigentlich in Australien und Neuseeland heimisch. Aber auch in Süd- und Ostafrika und China kommt er vor.

Durch Militär- und Wolltransporte wurde der Tintenfischpilz nach Europa eingeschleppt. 

Durch die warmen Sommer der vergangenen Jahre und möglicherweise auch durch Vögel und den Wind hat er sich nun immer weiter in Richtung Norden verbreitet.

Tintenfischpilz fällt durch seine "Tentakel" und rote Farbe auf

Wenn der Pilz aus dem Boden kommt, ist er noch eher unscheinbar. Er wächst erst als bis zu fünf Zentimeter großes "Hexenei", das in seiner Form einer Stinkmorchel ähnelt. Allerdings unterscheidet er sich durch seine rosa gefärbten Stränge von den Morcheln. Später bildet der Pilz einen kurzen Stamm aus, an dem dann bis zu zehn Zentimeter lange Arme wachsen, die optisch an die Tentakel des Tintenfischs erinnern. 

Diese leuchten dann in kräftigem Rot aus dem Waldboden oder von morschem Holz. Farbe und Geruch locken vor allem Fliegen und Mistkäfer an. Auf der obersten Schicht der Tentakel ist eine olivschwärzliche, glänzende klebrige Schleimschicht, die die Sporen des Pilzes enthält.

Der Tintenfischpilz ist vom Frühsommer bis zum Spätherbst in unseren Wäldern zu finden.

Der Tintenfischpilz ist ungiftig und kann gegessen werden, er gilt allerdings als kulinarisch ungeeignet. Negative Auswirkungen auf unsere Natur sind bislang nicht bekannt.

Titelfoto: Johannes Krey

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