Von Andreas Göbel
Suhl - Vandalismus an Wanderwegen und der dazu gehörenden Infrastruktur ist ein Ärgernis für viele Menschen in Thüringen.
"Insgesamt handelt es sich nach unserer Einschätzung um ein eher punktuelles, aber wiederkehrendes Problem", erklärte Susann Eberlein für den Regionalverbund Thüringer Wald. "Vereinzelt treten aber auch Fälle von erheblicher Zerstörungswut auf."
So sei etwa am Borstenplatz auf dem Rennsteig, wo ein Gedenkstein an den Komponisten Herbert Roth (†57) erinnert, ein Panoramafenster eingeschlagen worden. Besonders teuer würden Schäden, wenn neben Materialkosten auch Arbeitszeit anfalle, so Eberlein.
So habe sich etwa in Bad Liebenstein die Beseitigung von im Spätsommer 2025 entstandenen Schäden an der Wanderwegbeschilderung, Bänken und weiteren Einrichtungen auf einen vierstelligen Betrag summiert.
Deutlich häufiger seien Schmierereien und Aufkleber. Es kämen aber auch Beschädigungen an Wanderweg-Schildern, Bänken, Tischen und Wanderhütten vor. Vereinzelt würden Wander- oder Hinweisschilder auch gestohlen.
Wegweiser, Tische und Bänke beschädigt
Die Probleme bestehen nicht nur im Thüringer Wald, sondern auch in der Rhön. In der Vergangenheit seien unter anderem Wegweiser mutwillig verbogen worden, sodass sie in eine andere Richtung zeigten, berichtete Alexander Martin von der Rhön GmbH.
Auch Wegmarkierungen würden verbogen oder gestohlen, Infotafeln, Schutzhütten, Ruhebänke immer wieder mit Textmarkern bekritzelt. Besonders betroffen seien gut frequentierte Orte wie der Schlosspark in Meiningen oder das "Hochrhöner Portal" in Bad Salzungen. "Je weiter die Infrastruktur von den Städten weg ist, desto weniger mutwillige Beschädigungen liegen vor."
Besonders von Vandalismus betroffen scheinen aktuell die Stempelstellen des Wanderprojekts "Touringen", das unter anderem von der Funke-Mediengruppe und der Thüringer Tourismus GmbH ins Leben gerufen wurde. Sowohl im Nationalpark Hainich als auch in der Rhön würden immer wieder Stempelkissen und Stempel zerstört oder entwendet.
Was die Aufklärung der Taten angeht, geben die bisherigen Erfahrungen wenig Grund zur Hoffnung: Nur in den wenigsten Fällen hätten die Täter ermittelt werden können, hieß es übereinstimmend.