Von Simone Rothe
Erfurt - Nach dem Aus für das große Erfurter Zalando-Logistikzentrum Ende September hat die Suche nach neuen Jobs für die gekündigten Arbeitnehmer begonnen.
"Bei uns sind bisher etwa 1700 bisherige Zalando-Beschäftigte als Arbeitssuchende gemeldet", sagte die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mittelthüringen, Irena Michel, der Deutschen Presse-Agentur. Sie gehe davon aus, dass ihre Zahl noch steigt, weil Kündigungsfristen auslaufen oder Arbeitnehmer aus Elternzeit oder Krankheit zurückkehren.
"Wir wollen möglichst viele direkt in eine Anschlussbeschäftigung vermitteln." Für realistisch halte sie, "ein Drittel der Menschen in den nächsten sechs Monaten in Arbeit zu bringen". Auch Weiterbildung und Qualifizierung seien eine Option bis hin zum Erlernen eines neuen Berufs.
Die Arbeitsagentur habe ein eigenes Team, das bei Standortschließungen wie bei Zalando oder der Neuausrichtung von Unternehmen im Strukturwandel agiert.
Sie hatte bereits nach der Ankündigung des börsennotierten Internet-Modehändlers, das Erfurter Logistikzentrum im Herbst zu schließen, ein Büro direkt im Unternehmen eingerichtet, um Arbeitnehmer über berufliche Perspektiven zu beraten.
600 offene Stellen in der Logistik im Angebot
Eine Besonderheit liegt in der Internationalität der ehemals 2700 Zalando-Beschäftigten. Sie kommen aus mehreren Dutzend Staaten. Die Sprachbarriere bei einem Teil der Arbeitssuchenden sei bei der Vermittlung ein mögliches Hindernis.
"Das ist ein Thema, das uns umtreibt", so die Agenturchefin. Viele ehemalige Zalando-Beschäftigte kämen aus Osteuropa, andere sind Geflüchtete aus Syrien oder stammten aus Nigeria.