50 Jahre "Dinner for One" als deutsche Silvestertradition

Hamburg - Obwohl Schwarz-Weiß, bringt dieser gespielte Witz alljährlich Farbe (und Freude) in viele Gesichter: "Dinner for One" mit Freddie Frinton († 59) und May Warden († 87). Der Sketch mit einem beschwipsten Butler ist in Deutschland so sehr mit Silvester verbunden wie Sekt und Feuerwerk. Vor 50 Jahren - am 31. Dezember 1972 - wurde beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg die Fernsehtradition begründet.

Freddie Frinton als Diener James und May Warden als allein speisende alte Dame Miss Sophie in einer Szene von "Dinner for One".
Freddie Frinton als Diener James und May Warden als allein speisende alte Dame Miss Sophie in einer Szene von "Dinner for One".  © Annemarie Aldag/WDR/NDR/dpa

"The same procedure as every year": Dieser Satz ist ein geflügeltes Wort geworden. Im Fernsehen gibt es keinen Beitrag, der so oft wiederholt wurde, wie "Dinner for One". Schon 1988 kam der Sketch ins Guinness-Buch der Rekorde als "am häufigsten wiederholte TV-Produktion", wie es vom NDR heißt.

Dass das 18-minütige Stück TV-Unterhaltung zum Silvesterklassiker in Deutschland wurde, geht auf den früheren NDR-Unterhaltungschef Henri Regnier (†70) zurück. Er hatte 1972 die Idee, das Band für den letzten Abend des Jahres aus dem Archiv zu holen und den Sketch auszustrahlen.

Seitdem vergeht kein Jahreswechsel mehr ohne "Dinner for One". Und aktuelle Fernsehmacher planen nun sogar eine Miniserie, die die Vorgeschichte des Sketches aufrollen will.

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Wie kam es zu dem Dinner mit den abwesenden Herren? Arbeitstitel des sogenannten Prequels von UFA Fiction und Showrunner Tommy Wosch (54): "Dinner for Five".

Frinton und Warden erhielten für den Auftritt 4150 D-Mark

Frinton und Warden erhielten für den Auftritt laut NDR 4150 D-Mark.
Frinton und Warden erhielten für den Auftritt laut NDR 4150 D-Mark.  © Annemarie Aldag/WDR/NDR/dpa

Als deutscher Entdecker von "Dinner for One" gilt Fernseh-Altmeister Peter Frankenfeld (†65): Vor 60 Jahren, also schon 1962, hatte er zusammen mit Regisseur Heinz Dunkhase den Sketch im englischen Seebad Blackpool gesehen und für seine Sendung "Guten Abend, Peter Frankenfeld" verpflichtet.

Dort lief der Sketch am 8. März 1963. Der gespielte Witz löste Begeisterung beim Publikum aus und bewog den NDR, Frinton und Warden nach Hamburg einzuladen, um dort im Studio B in Lokstedt vom 30. April bis 4. Mai 1963 eine Fernsehfassung fürs Archiv aufzuzeichnen. Frinton und Warden erhielten für den Auftritt laut NDR 4150 D-Mark.

Die Aufzeichnung wurde dann zwischen 1963 und 1972 hin und wieder als Pausenfüller im noch nicht allzu prall gefüllten Fernsehprogramm von ARD und NDR gezeigt. Erst neun Jahre nach der Erstausstrahlung bekam der Sketch dann seinen Sendeplatz an Silvester - und wurde Kult.

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May Warden war bei der legendär gewordenen Aufzeichnung etwa 18 Jahre von ihrem gespielten Alter entfernt, Butler-Darsteller Freddie Frinton war gerade mal 54. Er starb 1968, also bevor sein Schwipsspiel zum TV-Kult in Deutschland wurde.

Auch 2022 kommt der Sketch-Dauerbrenner im Fernsehen

Rund ein Dutzend Ausstrahlungen gibt es diesmal wieder am 31. Dezember und 1. Januar. Das NDR-Fernsehen zeigt gleich wieder viermal am 31. Dezember die traditionelle Fassung "Dinner for One oder Der 90. Geburtstag" - und zwar um 15.30 Uhr, 17.35 Uhr, 19.40 Uhr und 23.35 Uhr. Das Erste sendet sie um 18.40 Uhr und nochmal nach Mitternacht (um 05.10 Uhr am Neujahrsmorgen).

Außerdem ist das Original in folgenden Dritten im Programm zu finden: WDR Fernsehen (17.35 Uhr), RBB Fernsehen (19 Uhr sowie 5.30 Uhr am 1.1.), MDR Fernsehen (19 Uhr), HR Fernsehen (19.10 Uhr), SWR/SR (19.25 Uhr) und BR Fernsehen (19.40 Uhr).

Titelfoto: Annemarie Aldag/WDR/NDR/dpa

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