Hamburg/Windsor (Großbritannien) - Im Dezember feiert das Musical zum Kultfilm "Der Teufel trägt Prada" seine Deutschlandpremiere in Hamburg. Die Musik schrieb kein Geringerer als Sir Elton John (79). Der Film von 2006 sei einer seiner Lieblingsfilme, so der gebürtige Brite. "Ich hätte Miranda übrigens auch sehr gerne gespielt", wie er augenzwinkernd verriet. Wie viel ihm an der Produktion liegt, zeigte sich auch bei der Vorstellung des deutschen Casts, den er kurzerhand zu sich nach Hause einlud. Auch TAG24 war dabei.
Gemeinsam mit seinem Ehemann und Musical-Produzenten David Furnish (63) empfing Elton John die sichtlich aufgeregten Stars der deutschen Produktion auf seinem Landsitz in Windsor.
Isabel Waltsgott, Alexandra-Yoana Alexandrova, Elindo Avastia und Florence Kasumba schlüpfen ab dem 10. Dezember in die Rollen von Andy, Emily, Nigel und Miranda Priestly.
Besonders angetan zeigte sich der Künstler von Florence Kasumba. Mit der Schauspielerin hatte er bereits für das Musical "Aida" zusammengearbeitet, für das John ebenfalls die Musik komponierte.
"Ich bin begeistert, Florence in der Hauptrolle zu sehen. Sie ist ein Star und eine echte Naturgewalt. Ich glaube, dass sie Miranda etwas ganz Fantastisches verleihen wird. Sie ist eine unglaubliche und zugleich sehr glaubwürdige Schauspielerin, Sängerin und Performerin."
Auch in Sachen Selbstbewusstsein und Autorität bringe Kasumba alles mit, was Miranda Priestly ausmache, diese Eigenschaften habe sie praktisch im Blut. Ein Kompliment, das die ehemalige "Tatort"-Kommissarin sichtlich bewegte und sogar zu Tränen rührte.
Für Elton John selbst schließe sich mit der Premiere in Hamburg ein Kreis. Schließlich begann ein Stück seiner musikalischen Reise einst auf der Reeperbahn: "Als ich 17 Jahre alt war, habe ich im Top Ten Club gespielt. Und jetzt, 62 Jahre später, bin ich mit einem Musical zurück, das ist ein schöner Moment", so der heutige Weltstar, der damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Reginald Dwight auf der Bühne stand.
Über diese Anfrage war Elton John "echt aufgeregt"
Für Elton John ist das Musical ein echtes Herzensprojekt: "Als die Anfrage kam, war ich echt aufgeregt!"
Auch wenn es immer eine Herausforderung sei, die passende Musik für ein Musical zu schreiben, falle ihm diese Arbeit oft leichter als die Komposition eines Albums.
"Wenn sie nicht passt, ist es schwierig, den Charakter musikalisch zum Leben zu erwecken", erklärte der 79-Jährige. Der Vorteil eines Musicals sei jedoch, dass die Geschichte bereits einen Anfang und ein Ende habe. "Wenn man ein Album schreibt, weiß man beim ersten Titel noch nicht, wie der letzte klingen wird."
Bei "Der Teufel trägt Prada" sei ihm das Komponieren besonders leichtgefallen: "Die Charaktere sind so fantastisch. Sie sind wirklich wie Comicbuch-Figuren", schwärmte John.
Schon beim ersten Anschauen des Films habe er sich in die Figuren verliebt. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten böten die perfekte Grundlage für mitreißende Up-tempo-Songs und gefühlvolle Balladen. Zudem ermöglichen die Songs neue Einblicke in die Charaktere.
"Mit Musik kann man die Geschichten vielschichtiger erzählen, ihnen vielleicht mehr Humor verleihen und die Charaktere weiterentwickeln", so John. Durch eigene Solonummern im Musical erfahren die Zuschauenden beispielsweise mehr über die Hintergründe von Nigel und Nate, als es beim Film möglich wäre.
Doch John verfolgt mit dem Musical noch ein ganz persönliches Ziel: Er möchte das Publikum für einen Moment aus dem Alltag entführen. "Wir leben gerade in schwierigen Zeiten. Wenn Menschen in eine Show gehen, für zwei Stunden in eine andere Welt eintauchen und sie anschließend mit guter Laune wieder verlassen, dann ist das alles, was ich als Autor und Musiker erreichen kann. Und ich glaube, dass diese Show genau das schafft."
Hamburg ist nach London erst der zweite Standort weltweit, an dem "Der Teufel trägt Prada" gezeigt wird. Tickets gibt es schon jetzt unter stage-entertainment.de.