Hamburg/London (Großbritannien) - Bei der Vorstellung des neuen Casts für die deutsche Produktion von "Der Teufel trägt Prada - Das Musical" Ende September in London war auch Florence Kasumba (49, "Tatort", "Black Panther") dabei. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass sie ab Dezember als Miranda Priestly auf der Bühne der Neuen Flora in Hamburg zu sehen sein wird. Im TAG24-Interview sprach die Schauspielerin über ihre Vorbereitung auf die Rolle, den Druck und ihre ganz eigene Interpretation der gefürchteten Modemagazin-Chefin.
Wie sie Miranda Priestly auf der Hamburger Bühne interpretieren wird, möchte die Schauspielerin allerdings erst im Probenprozess herausfinden.
Aber: "Es ist nicht mein Job, eins zu eins Meryl Streep zu kopieren. Dafür bin ich nicht hier", stellt die 49-Jährige aber direkt zu Beginn klar.
Statt sich an der berühmten Filmvorlage von 2006 zu orientieren, wolle sie ihre eigene Version der Figur entwickeln. Schließlich bringe sie eine andere Persönlichkeit, ein anderes Alter und einen anderen kulturellen Hintergrund mit.
Anders als ihre Mitstreitenden musste Kasumba nicht erst zum Casting. Die Entscheidung für die Rolle traf sie dennoch nicht leichtfertig. "Es reicht mir nicht, dass eine Produktion glaubt, ich könne die Rolle spielen. Ich muss selbst wissen, ob ich das schaffe!"
In ihren jüngsten Engagements habe sie vor allem "gekämpft und gespielt", Gesang sei dagegen kaum gefragt gewesen. Über letzte Weihnachten habe sie deshalb die Gelegenheit genutzt, ihre Stimme wieder fit zu machen.
Für die ausgebildete Musical-Darstellerin ist die Rolle der Miranda auch eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. Nach der Premiere von "Black Panther: Wakanda Forever" im Jahr 2022 habe sie wieder vermehrt Musicals besucht und dabei gemerkt, dass es sie "ein bisschen juckt", selbst wieder auf der Bühne zu stehen.
Florence Kasumba: "Ich bin als Person jetzt nicht unbedingt eine Grinsebacke!"
Dass Miranda Priestly als streng und anspruchsvoll gilt, schreckt Kasumba dabei nicht ab. Im Gegenteil: Sie kann nachvollziehen, warum Frauen in Führungspositionen mitunter eine gewisse Härte entwickeln müssen, um ernst genommen zu werden.
"Angenommen, Miranda wäre ein Mann, dann würdest du mich das gar nicht fragen", gibt sie im Gespräch zu bedenken. Frauen mit Durchblick und klaren Vorstellungen würden auch heutzutage noch schnell als "schwierig" gelten.
Auch aus ihrem eigenen Leben kennt Kasumba solche Zuschreibungen. "Ich bin als Person jetzt nicht unbedingt eine Grinsebacke!"
Seit ihrem 16. Lebensjahr werde sie deswegen immer wieder aufgefordert, freundlicher zu schauen oder zu lächeln. Selbst auf dem roten Teppich höre sie regelmäßig: "Jetzt müsstest du lächeln." Ihre Reaktion darauf: "Wieso?" In Miranda Priestly sieht Kasumba eine Frau, die so wie sie selbst ihren Job ernst nimmt. Eine gewisse Strenge gehöre da manchmal einfach dazu.
Den Erwartungen an ihre Darstellung blickt die Schauspielerin gelassen entgegen. "Was ist denn das Schlimmste, was mir passieren kann?", fragt sie ganz offen. Wenn jemand ihre Miranda nicht gut finde, sei das zunächst einmal eine Meinung. An ihrem Vertrauen in die eigene Arbeit ändere das nichts.
Entscheidend sei für sie ohnehin die Rückmeldung des Teams. Schließlich gehe es nicht darum, irgendjemanden zu kopieren, sondern gemeinsam mit Cast und Crew die bestmögliche Show auf die Bühne zu bringen.
"Der Teufel trägt Prada - Das Musical" feiert am 10. Dezember Premiere in Hamburg. Tickets sind bereits unter stage-entertainment.de erhältlich.