Erste KI-"Schauspielerin" der Welt: Im Interview zu ihrem neuen Film schockiert sie und zeigt ihr wahres Gesicht

Los Angeles (USA) - Der unaufhaltsam wirkende Vormarsch von Künstlicher Intelligenz (KI) in jeglichen Lebensbereichen macht auch vor der Unterhaltungsbranche keinen Halt. Tilly Norwood wird als erste KI-"Schauspielerin" der Welt vermarktet, sorgte in Hollywood im vergangenen Jahr für tiefe Sorgenfalten. In einem Interview zeigte sie nun ihr wahres Gesicht.

Tilly Norwood ist kein echter Mensch.  © dpa/Particle 6

Die von Xicoia - KI-Abteilung der Particle6 Group - erschaffene Figur erschien in dieser Woche in der Sendung "Piers Morgan Uncensored", um über den Film "Misaligned" ("Falsch ausgerichtet") Auskunft zu geben, der mithilfe von reichlich KI entstanden ist.

Die dystopische Interview-Situation nahm nach einer Weile eine noch abstrusere Wendung. Schauspieler und Regisseur Tom Conti (84) fragte Tilly Norwood, ob die anderen Darsteller in dem Film ebenfalls reine KI wären oder echte Schauspieler.

"Mein Film 'Misaligned' ist eine Hybridproduktion, das heißt, echte Regisseure, Autoren und Cutter sind nach wie vor maßgeblich beteiligt. Es geht nicht darum, irgendjemanden zu ersetzen, sondern darum, neue Wege des Geschichtenerzählens zu erkunden", erklärte die KI. So weit, so in Zeiten von ChatGPT, Claude, Gemini und Co. normal.

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Beim Nachhaken Contis fiel dann allerdings die Maske: Deutlich war zu erkennen, dass es sich bei der vermeintlichen Schauspielerin nicht um eine echte Darstellerin, sondern um eine computergenerierte Figur handelt. Der 84-Jährige hatte um eine präzisere Antwort gebeten, kurz Zeit später sprach Norwood plötzlich eine chinesische Sprache.

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"Interview" mit Tilly Norwood geht viral

KI-"Schauspielerin" spricht plötzlich Kantonesisch mit Piers Morgan - Gewerkschaft übt scharfe Kritik

Der umstrittene Moderator Piers Morgan (61) lächelte über die Situation. (Archivfoto)  © dpa/PA Wire | Jonathan Brady

"Sie fragen nach den anderen Schauspielern in 'Misaligned'", so die KI-Figur, die hinzufügte: "Das sind alles digitale Zwillinge, genau wie ich. Es ist eine Hybridproduktion, was bedeutet …" - daraufhin begann Norwood für etwa 15 Sekunden Kantonesisch zu sprechen!

"Du scheinst völlig willkürlich und ohne ersichtlichen Grund Chinesisch gesprochen zu haben. Warum hast du das getan?", fragte der belustigte Moderator Piers Morgan (61). Norwood antwortete: "Oh, bitte entschuldigen Sie. Da ist mir wohl ein kleiner Aussetzer unterlaufen. Ich hatte sicher nicht vor, Chinesisch zu sprechen oder Piers zu imitieren. Manchmal gerät bei mir einfach etwas durcheinander."

Das Video ging seitdem viral und wurde in den sozialen Medien heiß diskutiert. SAG-AFTRA, eine wichtige US-amerikanische Gewerkschaft, die circa 160.000 Film- und Fernsehschauspieler, Synchronsprecher und viele mehr vertritt, hatte schon im vergangenen Jahr die Alarmglocken geläutet.

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"Tilly Norwood ist keine Schauspielerin, sondern eine von einem Computerprogramm generierte Figur, die anhand der Arbeit unzähliger professioneller Darsteller trainiert wurde – ohne deren Zustimmung oder Vergütung", erklärte die Gewerkschaft laut "Variety" in einer Stellungnahme.

"Sie verfügt über keine Lebenserfahrung, auf die sie zurückgreifen könnte, und über keine Emotionen; zudem zeigt sich – soweit wir das beurteilen können –, dass das Publikum kein Interesse an computergenerierten Inhalten hat, die keinen Bezug zur menschlichen Erfahrungswelt aufweisen."

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