Filmfest endet mit 65.000 Besuchern: Dieser Film war der Publikumsliebling
Hamburg - Zehn Tage lang standen die Kinos der Hansestadt ganz im Zeichen des 34. Filmfest Hamburg. Am Ende konnte Festivalleiterin Malika Rabahallah (56) eine erfreuliche Bilanz ziehen: Rund 65.000 Menschen besuchten das Festival – fünf Prozent mehr als im Vorjahr.
"Volle Kinos, viele schöne Begegnungen und ein Publikum, das sich mit großer Neugier und Begeisterung auf unsere Filme eingelassen hat", freute sich Rabahallah im Rahmen der traditionellen Preisverleihung am letzten Festivaltag.
Anschließend wurde der Abschlussfilm des Festivals gezeigt: "Ha-Chan, Shake Your Booty!" von Josef Kubota Wladyka (45).
Den mit 5000 Euro dotierten Publikumspreis, gestiftet von der Hapag-Lloyd Stiftung, sicherte sich der französische Film "Nur geträumt" von Éric Toledano und Olivier Nakache.
Das Regie-Duo ist vor allem für den Kinohit "Ziemlich beste Freunde" aus dem Jahr 2011 bekannt. In ihrer neuen Tragikomödie geht es um den fast 13-jährigen Vincent, der 1985 zwischen Familienchaos, erster Liebe und Pubertät seinen eigenen Weg sucht.
Bei der Deutschlandpremiere am 30. September waren Toledano und Nakache noch persönlich vor Ort. Zur Preisverleihung schafften es die beiden allerdings nicht mehr nach Hamburg. Stattdessen bedankten sie sich per Videobotschaft für die Auszeichnung.
Trailer zu "Nur geträumt"
Auch diese Filme räumten ab
Der Preis "Der Politische Film" ging an die Regisseurin Laïla Marrakchi für "Strawberries". Der Film erzählt von Saisonarbeiterinnen in Europa und thematisiert Ausbeutung, Gewalt und prekäre Arbeitsbedingungen.
Den NDR Nachwuchspreis sicherten sich die Argentinier Ezequiel Salinas und Ramiro Sonzini für ihren Debütfilm "The Night is Fading Away". Darin wird ein Kino zum Zufluchtsort für Menschen, die sonst kaum einen sicheren Ort haben.
Der Preis der Filmkritik ging an den philippinischen Regisseur Lav Diaz für "Let Us Through, Dear Ancestors". Der Spielfilm spielt im Jahr 1617 und erzählt von einem spanischen Mönch, der brutal über die indigene Bevölkerung einer philippinischen Insel herrscht.
Für Hollywood-Flair sorgte Helen Mirren (81): Die britische Schauspielerin wurde bereits am Dienstagabend mit dem diesjährigen Douglas Sirk Preis ausgezeichnet und nahm diesen persönlich entgegen.
"Dieses Filmfest hatte für uns eine ganz besondere Wärme und Strahlkraft. Genau dieses Gefühl nehmen wir mit", betonte Rabahallah. Für das Team geht die Arbeit derweil direkt weiter: Die Planungen für die nächste Ausgabe laufen bereits. Das 35. Filmfest Hamburg findet vom 30. September bis 9. Oktober 2027 statt.
Titelfoto: Martin Kunze

