Nur zwei Reihen vor der Bühne: Dann erlebt Ex-Puhdys-Sänger Dieter Birr sein Wacken-Wunder
Berlin/Wacken - Fast 50 Jahre Puhdys, unzählige Konzerte und trotzdem Lampenfieber: Dieter "Maschine" Birr (82) war vor seiner Premiere beim Wacken Open Air alles andere als entspannt. Der Grund für seinen Bammel: Ausgerechnet das Metal-Publikum machte der Rock-Legende Sorgen.
Birr wusste schließlich genau, dass die Zehntausenden Festivalbesucher nicht seinetwegen nach Schleswig-Holstein gekommen waren. Auf dem Programm standen internationale Rock- und Metal-Größen wie Judas Priest, Def Leppard und In Flames, während der frühere Puhdys-Frontmann mit Gitarre und Streicher-Ensemble einen ganz anderen Sound mitbrachte.
"Das hätte ich so nie erwartet. Ich hatte Sorge, dass meine Musik bei den Metal-Fans nicht ankommt", sagte Birr nach dem Festival im Gespräch mit der "B.Z.".
Seine Nervosität dürfte zunächst kaum kleiner geworden sein: Kurz vor Beginn standen laut Birr gerade einmal zwei Reihen Menschen vor der Bühne. Da musste ungewohnte Überzeugungsarbeit geleistet werden.
"Da war ich natürlich angespannt. Sonst sind in meinen Konzerten die Puhdys-Fans, die mir auch mal einen kleinen technischen Fehler verzeihen", erzählte der 82-Jährige weiter.
Zum Glück drehte sich die Stimmung. Schon nach den ersten Tönen füllte sich der Platz. Am Ende standen fast 10.000 Menschen vor der Bühne, sangen mit und feierten den 82-Jährigen, wie die "B.Z." weiter schrieb.
Dieter Birr kommt wieder nach Wacken
Besonders habe Birr beeindruckt, dass auch viele junge Festivalbesucher auf seine Musik ansprangen. Manche hätten sogar geweint. "Das muss ich selbst erst einmal verarbeiten", gab er zu Protokoll.
Eine Stunde lang spielte er unter anderem Puhdys-Klassiker wie "Alt wie ein Baum", "Lebenszeit" und "Wenn Träume sterben". Auch der bekannte Eisbären-Song gehörte zum Programm. Das Wacken Open Air führte Birr offiziell mit einem einstündigen Auftritt im Line-up.
Für "Maschine" blieb es offenbar nicht bei einem einmaligen Ausflug in die Metal-Welt: Dem Bericht der "B.Z." zufolge wurde er direkt für das kommende Jahr wieder engagiert.
Und auch in Berlin können Fans ihn bald wieder erleben: Am 24. Oktober steht Birr im Admiralspalast auf der Bühne. Zuvor soll am 11. September seine neue Vier-Song-EP "Was bleibt" erscheinen.
Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

