Wirbel um Festival: Alphaville wegen Anti-AfD-Aussagen ausgeladen, jetzt die überraschende Wende

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Hockenheim - Die Ausladung von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival hatte zuletzt für ordentlich Kritik gesorgt. Nun zeichnet sich eine Kehrtwende ab: Festival-Veranstalter Markus Krampe (55) will die Kultband offenbar doch auf die Bühne holen und räumt Fehler im Umgang mit der Angelegenheit ein.

Sänger Marian Gold von Alphaville hält an seiner Meinung fest. Er will sich keinen Maulkorb verpassen lassen.
Sänger Marian Gold von Alphaville hält an seiner Meinung fest. Er will sich keinen Maulkorb verpassen lassen.  © Jens Kalaene/dpa

Auslöser für den Streit waren politische Äußerungen von Alphaville-Sänger Marian Gold (72). Die Band hatte sich bei einem früheren 80er-Jahre-Festival, das ebenfalls von Krampe veranstaltet wurde, kritisch zur AfD und zu rechtsextremen Entwicklungen in der Gesellschaft geäußert.

Krampe machte anschließend deutlich, dass politische Botschaften auf seinen Festivals nicht erwünscht seien, und bezeichnete das Verhalten von Alphaville und Marian Gold als "inakzeptabel".

Für den Auftritt beim Glücksgefühle-Festival sollte Alphaville deshalb nach seinen Vorstellungen zusichern, auf entsprechende Äußerungen zu verzichten.

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Die Band lehnte dies ab - woraufhin der Veranstalter den Auftritt absagte. Daraufhin entwickelte sich eine grundsätzliche Debatte darüber, wie weit die Meinungsfreiheit von Künstlern auf Konzertbühnen reicht und welche Verantwortung Veranstalter tragen. Fans zeigten sich empört. Auch andere Musiker, wie etwa Tote-Hosen-Sänger Campino, beteiligten sich an der Diskussion.

Nun geht Krampe einen Schritt auf die Band zu. Gegenüber BILD zeigt er sich selbstkritisch und erklärt: "Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen."

Veranstalter spricht von einem Fehler

Markus Krampe (55) organisiert das Festival seit 2023 gemeinsam mit Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski (41).
Markus Krampe (55) organisiert das Festival seit 2023 gemeinsam mit Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski (41).  © Uwe Anspach/dpa

Gleichzeitig betont der Veranstalter, dass er das Glücksgefühle-Festival weiterhin als unpolitische Veranstaltung versteht. Im Mittelpunkt sollten Musik, gemeinsames Feiern und die Begegnung der Besucher stehen. Dass Künstler ihre persönlichen Überzeugungen vertreten, wolle er dennoch respektieren. Krampe sagt dazu: "Und ich glaube, dass es möglich ist unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden."

Krampe möchte zudem die Absage offenbar rückgängig machen und Alphaville wieder ins Festivalprogramm aufnehmen.

Sein Angebot an die Band formuliert er deutlich: "Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet."

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Ob Alphaville die Einladung tatsächlich annimmt, ist bislang offen.

Ursprungsartikel 14.30 Uhr, aktualisiert 15.34 Uhr.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa

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