"Auf einmal überall Nazis": Jan Delay hat klare Antwort auf Frage, die ihm immer wieder gestellt wird
Hamburg - Hip-Hop-Musiker Jan Delay (50) ist dafür bekannt, sich politisch immer wieder klar zu positionieren - sei es in seinen Songs oder darüber hinaus. Aber müssen Künstler eigentlich immer politisch sein?
Genau diese Frage werde ihm immer wieder gestellt, erklärte der Hamburger am Freitag in einem Video auf seinem Instagram-Kanal. Die Antwort des 50-Jährigen fiel eindeutig aus: "Nee, finde ich nicht."
Er sei vielleicht politisch, dies habe aber mit den Künstlern zu tun, die ihn am meisten beeinflusst hätten, als er ein Teenager war, erläuterte der Sänger - und nannte die US-amerikanische Hip-Hop-Gruppe Public Enemy sowie die Beastie Boys.
Beide seien "hochpolitisch" gewesen, betonte Delay. "Ich bin sehr dankbar, dass sie das waren, weil die haben mir sehr viel beigebracht übers Leben", ergänzte er.
Das bedeute aber keineswegs, dass alle Künstler automatisch politisch sein müssten. "Das wäre völlig anstrengend. Ich finde es völlig cool, dass jeder das macht, was er möchte", unterstrich der Musiker.
Jan Delay spricht in Instagram-Video über häufig gestellte Frage
Jan Delay erinnert an Musiker-Kollege Bausa und dessen "FCK AfD"-T-Shirt
Gleichzeitig sei es in Deutschland inzwischen so, "dass wir auf einmal überall Nazis haben und es irgendwie ganz geil wäre, wenn Leute, die man nicht mit Politik oder politischer Meinung assoziiert, sich vielleicht einfach mal äußern und eine Haltung dazu zeigen, dass Nazis scheiße sind", bekräftigte Delay.
Als leuchtendes Beispiel nannte der Hamburger in diesem Zuge seinen Musiker-Kollegen Bausa (37, "Was du Liebe nennst"). Der hatte im Februar 2024 in der ProSieben-Show "Schlag den Star" ein T-Shirt mit der Aufschrift "FCK AfD" getragen.
"Und dann freue ich mich und sage: 'Yeah, Mann!' Das ist der Moment, wo diese politische Meinung noch viel mehr zählt, weil man sie nicht mit ihm assoziiert. Die ist viel mehr wert", urteilte Delay abschließend.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa
