Garmisch-Partenkirchen - Der Ex-Skirennfahrer Felix Neureuther (42) zeigt sich meist von seiner fröhlichen Seite. Doch die Trauerfeier eines 17-Jährigen veränderte den 42-Jährigen.
"Ich versuche immer, im Negativen auch das Positive zu sehen", so das Mantra von Neureuther. Doch in manchen Situationen kommt auch er an seine emotionalen Grenzen.
In seinem Podcast "Pizza & Pommes" spricht der Wintersportler jetzt über einen einprägsamen Moment in seinem Leben.
2017 begegnete Felix Neureuther dem damals 16-jährigen Nikolai Sommer – unter bewegenden Umständen. Der junge Nachwuchssportler lag nach einem schweren Skiunfall im Krankenhaus, die Diagnose war niederschmetternd: Querschnittslähmung.
Zwischen den beiden entstand eine enge Verbindung, Neureuther unterstützte ihn und sie freundeten sich an. Doch das Schicksal stellte Nikolai erneut auf die Probe: "Er ruft mich an und sagt: 'Felix, einer meiner besten Freunde ist ums Leben gekommen mit 17 Jahren.'"
Neureuther wurde durch diesen Schicksalsschlag klar, wie gut er es im Leben eigentlich hat: "Wenn es mir mal nicht gut geht, dann denke ich mir: Was habe ich für einen Grund, zu jammern?"
Beerdigung verändert Neureuthers Perspektive auf das Leben
Felix Neureuther wurde schließlich gebeten, an der Trauerfeier teilzunehmen. Die Situation ging ihm tief unter die Haut: "Dann sitzt du da in der Kirche mit einem Kreuzbandriss, daneben dein Spezl im Rollstuhl und da vorne wird ein 17-jähriger Junge gerade ..." – an dieser Stelle versagt ihm die Stimme.
In diesem Moment wurde ihm schmerzhaft bewusst, wie sich Perspektiven verschieben können. "Was ist mein Kreuzband eigentlich? Das ist ja gar nichts, das kann heilen. Andere Dinge im Leben können nicht heilen."
Für Felix Neureuther war dieses Erlebnis offenbar ein Wendepunkt – besonders im Umgang mit Verlusten im eigenen Umfeld.
"Ich glaube, dass du dankbar für die Zeit sein musst, die du mit dem Menschen verbringen durftest. [...] Ich bin einer, der schnell relativiert und das hilft mir sehr in der Bewältigung von solchen Momenten."