Ex-Dschungelcamp-Königin Djamila Rowe knöpft sich Trash-TV-Nachwuchs vor: "Je mehr du in Formaten gevögelt hast, ..."
Berlin - Gnadenlose Abrechnung von Djamila Rowe (59)! Früher reichte eine wackelnde Bettdecke für einen Skandal. Heute kann für Sex vor laufender Kamera schon das Ticket für die nächste Reality-Show winken. Die Ex-Dschungelkönigin kennt das Geschäft. Daran unterhaltsam findet die Trash-TV-Veteranin aber kaum noch etwas.
"Ganz ehrlich: Das ist Volksverblödung", sagte Djamila Rowe im Interview mit dem "Tagesspiegel". Nur das Dschungelcamp schaut sie im Januar noch. Ansonsten greift sie lieber zu einem alten "Columbo"-Film: "Der gibt mir zehnmal mehr als dieser Schwachsinn."
Dabei sind es die Methoden, mit denen sich Kandidaten ihren Platz im Rampenlicht sichern, die ihr übel aufstoßen. "Es gehört fast schon zum Pflichtprogramm, dass du dich streitest oder dich mit irgendjemandem anlegst. Am besten noch mit Kloppen, Anspucken, Schubsen – das ganze Programm", stellte die Trash-TV-Veteranin ihre Sicht der Dinge dar.
Wer sich so verhält, meint Rowe, hat gute Chancen auf den nächsten TV‑Auftritt. Noch besser stünden die Aussichten offenbar, wenn möglichst viele Bettgeschichten dazukommen.
"Je mehr du in Formaten gevögelt hast, desto häufiger wirst du gebucht", hielt die 59-Jährige gegenüber der Zeitung mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg.
Warum junge Menschen trotzdem ins Reality-TV drängen, kann sich die frühere "Adam sucht Eva"-Teilnehmerin gut erklären. Viele locke das schnelle Geld.
Warum Dschungelcamp-Star Djamila Rowe nicht mehr ins Trash-TV passt
Manche Kandidaten hätten noch nie richtig gearbeitet, könnten mit einer Show aber 5000, 6000 oder sogar 10.000 Euro verdienen. Anschließend werde dann erst einmal ein dicker Mercedes geleast, beanstandete die gelernte Visagistin.
Allerdings seien die Gagen inzwischen teilweise in den Keller gerutscht. Viele Teilnehmer hofften deshalb, nach ihrem Fernsehauftritt mit Kooperationen auf Instagram Geld zu verdienen. Die Rechnung gehe hingegen nicht immer auf.
"Nur weil man einmal im Fernsehen war, ist man noch lange keine Influencerin", gab Rowe zu bedenken. Aufmerksamkeit könne schnell entstehen, aber genauso rasch wieder verschwinden.
Ihren Dschungelcamp-Sieg führt sie nicht auf Streit oder Provokationen zurück. Stattdessen habe sie ehrlich über ihre Gefühle gesprochen, erklärte Rowe. In den Shows vermisse sie nun unter anderem soziales Verhalten, Empathie und Menschlichkeit.
Für die aktuellen Formate wäre sie nach eigener Einschätzung ohnehin "zu lieb, zu langweilig". Und was passiert, wenn der erhoffte Reality-Ruhm ausbleibt oder wieder verfliegt? Rowe sieht für manche Kandidaten eine wenig glamouröse Perspektive: "Wenn es blöd läuft, bleibt ihnen danach nur OnlyFans – wie bei mir."
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa

