Eyendorf/Winsen - Die Familie geht leer aus! Ex-Dschungelkönigin Ingrid van Bergen (†94) hinterlässt ihr Vermögen ihrer Knast-Freundin.
Dieses Testament hat es in sich! Den letzten Willen verfasste van Bergen bereits Ende 2009, einige Monate nach ihrem Sieg im Dschungelcamp.
Eröffnet wurde es am Mittwoch vor dem Amtsgericht Winsen (Niedersachsen). Wie die Bild berichtet, hat die Schauspielerin ihre Familie in dem handschriftlich verfassten Dokument enterbt.
"Meine Tochter Andrea, die sich seit Jahrzehnten nicht um mich kümmert und auch die Enkel enterbe ich", schrieb sie damals. Das Testament wurde anschließend nicht mehr geändert.
Ihr gesamtes Vermögen vermachte die gebürtige Danzigerin der Taxifahrerin Sieglinde "Linda" Schnitzler (82). Die Münchnerin lernte sie 1977 im Knast kennen, beide wurden beste Freundinnen.
Die 82-Jährige soll derzeit von 240 Euro Rente im Monat leben. "Mir wäre lieber, meine Ingrid wäre noch da. Ich habe ihren Tod nicht verwunden, sie fehlt mir jeden Tag", so die ehemalige Taxifahrerin gegenüber Bild.
Laut Testament bekommt Schnitzler das Haus in Eyendorf und Mops Rocky. Das Haus soll rund 450.000 Euro wert sein und gehörte der Freundin bereits zur Hälfte.
Beide Frauen töteten aus Eifersucht
Die beiden begegneten sich 1977 im Frauengefängnis Aichach. Schnitzler musste eine Haftstrafe absitzen, weil sie aus Eifersucht ihre Freundin erschoss.
Van Bergen saß ein, weil sie ihren Geliebten Klaus Knaths (†33) erschossen hatte. Das Motiv: ebenfalls Eifersucht.
1981 kamen die Freundinnen wieder auf freien Fuß. Schnitzler unterstützte van Bergen, indem sie deren Schulden abstotterte. Die Schauspielerin hatte Schadensersatzzahlungen an die Witwe und die Kinder des getöteten Geliebten zahlen müssen.
Die Zahlungen brachten die Taxifahrerin an ihre Grenzen. "Aber für mich selbstverständlich. Ingrid war meine liebste Freundin und sie hat nach der Haft lange kein Filmangebot bekommen", so Schnitzler gegenüber Bild.
Vor fünf Jahren zog die heute 82-Jährige von München nach Eyendorf, um van Bergen zu pflegen.
Eine Freundschaft bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus.