Schauspielerin schlägt Alarm: "Es wird immer erst gehandelt, wenn es zu spät ist"
Berlin - Die Hitze bringt Schauspielerin Jördis Triebel (48) an ihre Grenzen. Besonders beunruhigen sie die Folgen des Klimawandels und die Tatsache, dass Politik und Gesellschaft oft erst handeln, wenn es längst zu spät ist.
"Es wird immer erst gehandelt, wenn es zu spät ist", kritisiert Triebel im Gespräch mit "teleschau". Die Schauspielerin, die selbst in einer Altbauwohnung ohne Klimaanlage lebt, hat die jüngste Hitzewelle als besonders belastend erlebt.
"Mit Hitze komme ich überhaupt nicht gut zurecht", erzählt die 48-Jährige. Um die Temperaturen in ihrer Wohnung auszuhalten, hielt sie tagsüber die Fenster geschlossen und legte sich kalte, nasse Tücher um Hand- und Fußgelenke sowie in den Nacken.
Doch nicht nur die hohen Temperaturen machen ihr zu schaffen. Der TV-Star blickt mit Sorge auf die Folgen des Klimawandels. Naturkatastrophen häuften sich weltweit und seien längst auch in Deutschland angekommen. Gleichzeitig fehlten aus ihrer Sicht ausreichend gekühlte Rückzugsorte, während Krankenhäuser und Personal an ihre Grenzen kämen.
Die gebürtige Ost-Berlinerin sieht auch bei der Aufarbeitung ostdeutscher Geschichten im deutschen Fernsehen Nachholbedarf. Viele Erzählungen würden ihrer Meinung nach zu sehr verklärt oder mit Humor behandelt, bevor die eigentlichen Probleme aufgearbeitet seien.
Gerade die junge Generation blickt Triebel mit einer Mischung aus Sorge und Bewunderung an. Während der Klimawandel für sie selbst lange eher ein Randthema gewesen sei, wachse die heutige Jugend mit dem Wissen auf, dass ihre Zukunft unsicher ist.
Jördis Triebel entdeckt ihre kreative Seite neu
Beruflich möchte sich Triebel nicht auf ein bestimmtes Rollenfach festlegen lassen. Ob Komödie oder Drama – die Schauspielerin mag beides. Einen Wunsch hat sie allerdings trotzdem: "Einen richtigen Actionfilm! Das sage ich seit 20 Jahren." Am liebsten würde sie als Geheimagentin vor der Kamera stehen und sämtliche Stunts selbst übernehmen.
Auch international würde sie gerne arbeiten. Besonders England hat es ihr angetan, weil dort spannende Serien entstünden und Frauenfiguren aus ihrer Sicht anders erzählt würden.
Neben der Schauspielerei hat Triebel noch eine weitere Leidenschaft für sich intensiviert: das Malen. Schon immer habe sie gemalt, doch erst vor zwei Jahren begann sie, sich stärker darauf zu konzentrieren.
Die positive Resonanz auf ihre Bilder habe sie schließlich dazu bewegt, den nächsten Schritt zu wagen. Im November zeigt sie ihre Werke erstmals in einer eigenen Ausstellung in Berlin.
Vom 17. November bis zum 12. Dezember können Besucher ihre Bilder im Stilraum Berlin sehen. Dabei hat sich die 48-Jährige vorgenommen, weniger selbstkritisch zu sein und einfach Neues auszuprobieren. Inzwischen verbringe sie jede freie Minute in ihrem Atelier.
Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

