Kardinal Woelki offenbart: So war der Dreh mit Hape Kerkeling
Von Christoph Driessen
Köln - Der Kardinal zischt mit dem Fahrrad heran. Er kommt gerade von einem Besuch bei seiner 97 Jahre alten Mutter. Sie war auch die Erste, die er vergangenes Jahr anrief, als er nach der Wahl von Papst Leo XIV. aus der Sixtinischen Kapelle in Rom kam. Zwei Päpste hat Rainer Maria Woelki nun schon mitgewählt. Am Dienstag (18. August) wird er 70 Jahre alt.
Einige Minuten nachdem er sein Fahrrad verstaut hat, sitzt er auf der Terrasse des Erzbischöflichen Hauses in der Kölner Innenstadt. Er gibt nicht gern Interviews, sein Unbehagen ist in solchen Situationen oft geradezu greifbar.
An diesem Tag aber ist er lockerer, vielleicht hat es damit zu tun, dass die Sonne scheint - er mag das. Stichwort Hitze: Darf man eigentlich um Regen beten? "Natürlich", antwortet er der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist eine alte kirchliche Tradition."
Woelki bewegt sich in Köln ganz überwiegend im kirchlichen Kontext, am gesellschaftlichen Leben nimmt er kaum teil.
Allerdings gab es dieses Jahr eine große Ausnahme: In dem Kinofilm "Horst Schlämmer sucht das Glück" hatte er eine Nebenrolle - er spielte sich selbst. Dass der Kardinal da zugesagt habe, habe ihn "sehr erstaunt", sagt Hape Kerkeling (61) der dpa.
Kardinal Woelki hat den Kinofilm "Horst Schlämmer sucht das Glück" nicht gesehen
Woelki hat den Film bis heute nicht gesehen. "Nicht etwa aus mangelndem Interesse. Es hat etwas mit meinem Naturell zu tun. Ich kann mich selbst nur schwer auf einem Bildschirm oder gar auf einer Leinwand ertragen." Es sei aber insgesamt eine schöne Erfahrung gewesen, und einige Leute hätten ihm auch gespiegelt, dass er seine Sache ganz gut gemacht habe.
"Ich habe Herrn Kerkeling bei diesem Dreh und beim Vorgespräch als einen sehr feinen, sensiblen Menschen kennengelernt, und das hat mich sehr berührt", sagt er.
"Was mir auch gefallen hat, ist, dass er die Kirche und ihre unterschiedlichen Typen mit einem feinen Humor parodiert, ohne dabei aber den Glauben lächerlich zu machen. Das fand ich sehr respektvoll."
Und er habe sich darüber gefreut, dass Kerkeling sich im Anschluss so nett über ihn geäußert habe - "obwohl er mit Sicherheit nicht alle meine kirchenpolitischen Positionen teilt. Auch das finde ich sehr liebenswert."
Titelfoto: Montage: Oliver Berg/dpa, Henning Kaiser/dpa

