Kerstin Ott über Alkoholproblem: "War ganz kurz davor, rückfällig zu werden"

Heide - Seit dem 10. Juli 2023 lebt Schlager-Star Kerstin Ott (44) vegan sowie alkohol- und nikotinfrei. Doch der Weg dorthin war für die Sängerin deutlich härter als erwartet, wie sie jetzt im Gespräch mit der BILD-Zeitung zugab. 

Kerstin Ott (44) lebt seit Jahren vegan, nikotin- und alkoholfrei.  © Jens Kalaene/dpa

Den Anstoß für die große Veränderung habe ihre Ehefrau Karolina Ott (43) gegeben. "Meine Frau ist immer der Vorreiter bei uns", so die "1000 x Nein"-Sängerin.

Zunächst habe Karolina mit dem Rauchen aufgehört und sich vegan ernährt. "Ich bin ihr gefolgt", so Ott.

Beim Alkohol wurde es für die Sängerin grundsätzlicher: "Ich hab' einfach ein Alkoholproblem gehabt", sagt Ott, die bereits in früheren Interviews offen über ihre Suchterkrankung gesprochen hat.

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Täglich habe sie zwar nicht getrunken. Dafür habe Alkohol häufig zum Feiern oder als Belohnung dazugehört. "Ich hab' nur halt nicht wieder aufgehört mit dem Feiern." Wenn sie getrunken habe, sei es zudem nicht bei einem Glas Wein geblieben: "Ich habe Wodka getrunken."

Irgendwann rechnete Ott aus, wie viel Zeit sie mit Trinken und Kater verlor. "Wenn ich ein- oder zweimal in der Woche etwas trinke, dann bin ich ungefähr die Hälfte des Jahres damit beschäftigt, zu trinken oder den Kater wegzubekommen."

Ihre Konsequenz: kompletter Verzicht. Gleichzeitig hörte sie nach eigenen Angaben mit dem Rauchen auf und stellte ihre Ernährung von vegetarisch auf vegan um. "Ich würde wirklich niemandem empfehlen, mit drei so großen Dingen auf einmal aufzuhören. Das war schon echt hart", so der Schlager-Star.

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Kerstin Ott: "Ich bin ziemlich in eine Depression abgerutscht!"

Ott gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schlagersängerinnen.  © Hendrik Schmidt/dpa

Statt sich wie erwartet besser zu fühlen, sei es ihr zunächst viel schlechter gegangen. "Ich bin immer fetter geworden und mein Gesicht sah aus wie eine pickelige Mondlandschaft."

Noch belastender war für Ott die psychische Veränderung. "Ich bin ziemlich in eine Depression abgerutscht", so die 44-Jährige.

Professionelle Hilfe bekam sie bei einer Psychiaterin. Diese habe ihr auch erklärt, dass eine Depression nichts mit mangelnder Disziplin oder Willenskraft zu tun habe. Über die Medikamente sagt Ott heute: "Die nehme ich jetzt, und das funktioniert ganz hervorragend."

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Die Veränderungen belasteten zudem ihre Beziehung zu Karolina. "Bei uns war es eine Zeit lang richtig kacke", gibt Ott offen zu. Eine Trennung sei dennoch nie eine Option gewesen: "Das Grundvertrauen zwischen Karolina und mir war einfach immer da."

Besonders brenzlig wurde es rund um den dritten Jahrestag ihres Verzichts am 10. Juli. "Ich war ganz kurz davor, rückfällig zu werden", erzählt die 44-Jährige. Drei Jahre ohne Alkohol und Zigaretten – da habe sie sich kurz gedacht, sie könne doch wieder anstoßen.

Doch: "Da spricht natürlich das Suchtgehirn und möchte einfach mal eine schöne Party feiern." Die Versuchung hielt sogar rund zwei Wochen an. Besonders die warmen Sommerabende und feiernde Menschen hätten alte Gedanken wieder geweckt. Trotzdem blieb Ott standhaft.

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