Leipzigs Kleingartensheriff auf Abwegen: "Ich hab hier meine Kindheit verbracht"

Leipzig - Kleingartensheriff Michael Baumann (63) auf Abwegen! Statt in der eigenen Parzelle war der Leipziger Kult-Gärtner am Samstag beim Herbstfest der Parkeisenbahn Auensee zu finden. Seiner Figur blieb er dabei ganz treu, denn: Es galt, Fahrkarten zu kontrollieren.

Alle einsteigen, bitte! Leipzigs Kleingartensheriff Michael Baumann (63) war am Samstag als Schaffner beim Herbstfest der Parkeisenbahn Auensee tätig.  © Eric Mittmann

Für den Vereinsvorsitzenden der Gartenfreunde Südost eine Selbstverständlichkeit, wie er gegenüber TAG24 erklärte. Bereits seit einiger Zeit unterstützt Baumann die Eisenbahner, denen aktuell große Aufgaben bevorstehen.

"Ich hab hier meine Kindheit verbracht", erinnerte sich der gebürtige Leipziger im Gespräch. "Im Verein war ich nicht, aber wir waren immer im Auensee baden und sind auch mal mit der MS Weltfrieden gefahren. Da bin ich immer mal hier vorbeigekommen."

Als Baumann von den Herausforderungen erfuhr, die der Parkeisenbahn bevorstehen, habe er helfen wollen. Der Kontakt selbst sei zufällig entstanden. "Der Vereinsvorsitzende Armin Mucke und ich sind uns beim Einkaufen über den Weg gelaufen und direkt ins Gespräch gekommen. Da haben wir gleich vereinbart, ein paar Videos zu drehen."

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Die Clips erschienen in den vergangenen Wochen auf Baumanns Instagram-Kanal. Beim Herbstfest am Samstag durfte der Sheriff nun als Schaffner ran. Ein paar Fotos mit angereisten Fans durften natürlich auch nicht fehlen.

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Parkeisenbahn vor großen Herausforderungen

Baumann zusammen mit Armin Mucke, Vereinsvorsitzender der Parkeisenbahn. Schon als Kind sei der Sheriff hin und wieder mit der Bahn gefahren, erinnerte er sich gegenüber TAG24.  © Eric Mittmann

Die seit 1951 bestehende Parkeisenbahn muss aktuell ihre Weichen sowie einiges an Gleisen auf ihrer rund zwei Kilometer langen Strecke austauschen. "Die Weichen sind in die Jahre gekommen, deswegen ist das dringend nötig", erklärte Vereinschef Armin Mucke TAG24.

Die große Herausforderung sind dabei die Kosten. Etwa 40.000 Euro seien pro Weiche nötig. Sieben existieren davon auf der Strecke. "So viele Rücklagen haben wir nicht."

Der Verein erhalte inzwischen Förderung, gleichzeitig läuft derzeit noch eine Spendenaktion, um den Eigenanteil zu stemmen. Die Arbeiten sollen in diesem Winter beginnen.

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Beim Herbstfest wurde am Samstag zunächst jedoch der vorübergehende Abschied der wunderschönen Dampflok gefeiert. Nach vier Jahren im Dienst läuft die sogenannte Kesselfrist für diese ab und sie muss zur Überprüfung in die Werkstatt.

Kleingartensheriff Michael Baumann war laut eigener Erinnerung übrigens etwa sechs Jahre alt, als er das erste Mal mit der Parkeisenbahn fuhr. Am Samstag konnte er nun erneut die eine oder andere Runde drehen. "Dafür sind wir sogar extra früher aus dem Urlaub gekommen", sagte er.

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