Hamburg/Berlin - Hier halfen keine Ausreden und Ablenkungstricks! Am Mittwochabend hat Markus Lanz (57) den Berliner SPD-Chef Steffen Krach (47) zu einem eindeutigen Standpunkt hinsichtlich der Bedingungen für eine Zusammenarbeit mit den Linken in der Hauptstadt gedrängt. Im Fokus standen dabei umstrittene Aussagen der Politikerin Vanessa Emde (45, Linke).
Im Wahlkampf setzte sie auf Palästina-Solidarität und vertrat israelkritische Positionen. Emde erklärte unter anderem, dass es kein Existenzrecht für Staaten gebe, sondern nur für Menschen. Eine solche Haltung bekräftigte sie zuletzt auch in einem Instagram-Video, das Lanz einspielen ließ.
"Jetzt ist sie Teil dieser [Links]-Fraktion. Heißt das, wenn sie Teil der Fraktion bleibt, dann gibt's für Sie keine Koalition?", wollte der Gastgeber von Krach wissen, der daraufhin sagte: "Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Tagen und Wochen geklärt ist."
Lanz legte nach: "Noch mal: Wenn sie Teil der Fraktion ist, sind Sie raus?" Wieder kam keine klare Antwort: "Das werden wir in den nächsten Wochen dann miteinander besprechen."
Dem Moderator platzte der Kragen: "Herr Krach, ich habe eine einfache Frage gestellt!", zeigte sich Lanz angesichts der Ausweichmanöver mächtig verärgert. Schließlich gelang es ihm dann aber doch, den Sozialdemokraten aus der Reserve zu locken.
SPD-Mann knickt nach langem Hin und Her ein
Der Moderator ließ auch im weiteren Verlauf der Sendung nicht locker und erinnerte Steffen Krach an sein Statement in der Jüdischen Allgemeinen vor der Wahl: "Unsere Brandmauer zu allen Antisemiten steht. In Berlin will ich klipp und klar von allen Linken im Abgeordnetenhaus sehen, dass sie Antisemitismus bekämpfen [...]", las Lanz vor.
Darauf der Politiker: "Wir als SPD werden mit Frau Emde nicht zusammenarbeiten." Dem Gastgeber reichte das noch nicht: "Das heißt, wenn sie drin ist, sind Sie raus?"
Krach hilflos: "Was soll ich denn noch klarer sagen, als dass ich als SPD-Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender nicht mit Frau Emde zusammenarbeiten werde und dass wir als Partei auch diese Koalition dann nicht ermöglichen werden."
Lanz schlussfolgerte: "Also Ja, dann sind Sie raus!?" Krach bestätigte: "Dann werden wir keine Koalition haben." Der Moderator erleichtert: "Geht doch. Zehn Minuten später sind wir dann auch schon so weit."
Die komplette, rund 76-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.