"Mir fällt die Kinnlade runter, wenn ich das höre": Markus Lanz schockiert von Audio-Mitschnitt
Hamburg/Berlin - Am Mittwochabend geriet die Linke ins Visier von Markus Lanz (57)! In seiner Sendung musste Dietmar Bartsch (68, Linke) zum Antisemitismus-Problem seiner Partei Stellung beziehen. Der Moderator konfrontierte ihn dabei mit einem äußerst bedenklichen Vorfall.
So zitierte Lanz auf Grundlage einer "Welt"-Recherche den Audio-Mitschnitt aus einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft "Palästinasolidarität", wonach ein Antragssteller gesagt habe: "Der 7. Oktober war ein grausamer, terroristischer Akt? Wir sollten da deutlich sagen: Nein, das war ein Akt des Widerstands."
Eine solche Haltung kann der Gastgeber nicht fassen: "Mir fällt die Kinnlade runter, wenn ich das höre", zeigte sich Lanz schockiert.
Darauf Bartsch: "Da habe ich dieselbe Sicht wie Sie. [...] Es war ein terroristischer Akt. Es war die Hamas, die dort wahllos Jüdinnen und Juden [...] getötet hat und deswegen ist das völlig inakzeptabel. [...] Dass es Einzelne gibt, die derart irre Positionen vertreten ..."
Sofort musste Lanz dazwischengehen: "Ne, Herr Bartsch. [...] Wenn man sagen könnte, dass es ein paar irre Versprengte sind, dann würde ich sagen, sie haben recht und das kann man sich im Zweifel auch nicht immer aussuchen. Aber ich kriege mit, dass das Antisemitismus-Problem in ihrer Partei schon deutlich größer ist. [...]"
Extremismusforscher Ahmad Mansour über israelbezogenen Antisemitismus: "Das sind keine Einzelfälle mehr"
Im Verlauf der Sendung wollte der Moderator auch die Einschätzung von Ahmad Mansour (50) hören. Der Extremismusforscher erklärte: "Wir reden von Menschen, die kein Problem haben, mit Islamisten zusammenzulaufen und Israel als jüdischen Staat ablehnen, die Existenz infrage stellen."
Der Autor mit arabisch-palästinensischer Herkunft betont: "Das ist israelbezogener Antisemitismus vom Feinsten. Und das sind keine Einzelfälle mehr. Das ist ein strukturelles Problem."
Wenn die Linke so etwas dulde, dann müsse man dies thematisieren. "Vor allem nach dem 7. Oktober, drei Jahre danach, eine Partei als stärkste Partei in Berlin zu wählen, da, wo der Holocaust geplant wurde, das ist ein Unding", beklagte Mansour.
Am 7. Oktober 2023 verübte die islamistische Terrororganisation Hamas zusammen mit anderen bewaffneten palästinensischen Gruppen einen großangelegten, überraschenden Terrorangriff auf Israel. Der Tag gilt als das schwerste Massaker an der jüdischen Bevölkerung seit der Shoah und markiert eine historische Zäsur im Nahostkonflikt.
Die komplette, rund 74-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: Montage: ZDF/Cornelia Lehmann (2)

