"Wahnsinn": Was Deutscher über seine Ängste bei Ukraine-Einsatz erzählt, überwältigt Markus Lanz

Hamburg - Als Frontsanitäter erlebt Alexander Gertz (30) das Grauen des modernen Stellungs- und Drohnenkrieges aus nächster Nähe. Der Deutsche entschied sich kurz nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, in das Heimatland seiner Mutter zu reisen und dort zu helfen. Am Donnerstagabend sprach er im ZDF mit Markus Lanz (57) über den Einsatz. Seine Worte überwältigten den Moderator.

Markus Lanz (57, l.) hatte am Donnerstagabend den Frontsanitäter Alexander Gertz (30) zu Gast.  © ZDF/Markus Hertrich (2)

So erzählte der Sohn ukrainisch-russischer Spätaussiedler von einer Zeit, wo er nach einer Gehirnerschütterung infolge eines Angriffs mehrere Tage lang gestottert hatte.

"Ich habe mir weniger Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich sterbe. [...] Aber die Verstümmelung hat mir natürlich Sorge gemacht [...], aber natürlich auch zu sehen, dass bestimmte Verwundungen neurologische Effekte auslösen können, wo ich dann plötzlich nicht mehr Herr meiner eigenen Sprache bin, das hat mir sehr viel Angst gemacht", offenbarte Gertz.

"Wahnsinn!", musste Lanz zutiefst berührt gestehen.

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"Denkt man da noch darüber nach, was man da eigentlich gerade erlebt oder ist man nur damit beschäftigt, dem armen Menschen zu helfen?", fragte er, als die Regie nur schwer zu ertragende Bilder eines stark blutenden Mannes einblendete.

Darauf der Sanitäter: "Mit der Zeit entwickelt man schon eine Resilienz [...]. Das heißt, dass ich sehr fokussiert auf bestimmte physiologische Prozesse bin [...]. Natürlich darf man aber auch den psychologischen Aspekt nicht vergessen. Man muss immer noch für den Verwundeten da sein, man muss ihm zusprechen [...]."

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Frontsanitäter Alexander Gertz über Reaktion von russischen Soldaten: "Dachten, dass wir schon tot sind"

Der Helfer geriet mit seinen Begleitern in einen russischen Hinterhalt.  © ZDF/Markus Hertrich

Im Verlauf der Sendung bekamen Zuschauer weitere Aufnahmen zu sehen. Sie zeigten einen russischen Hinterhalt, bei dem gegnerische Aufklärungs- und Sabotagetruppen mehrere Minen auf dem Evakuierungsweg platziert hatten.

"Wir sind draufgefahren. Die feindlichen Soldaten befanden sich in hundert Meter Entfernung. Sie haben das Feuer glücklicherweise nicht auf uns eröffnet, weil sie dachten, dass wir schon tot sind", berichtet der Helfer.

Er und seine Begleiter überlebten – ein spezieller Minenschutz am Fahrzeug war ihre Rettung. "Das sind dann die Momente, um nochmal auf die Traumata zu sprechen zu kommen, die ich dann auch irgendwann verarbeiten musste und das habe ich in dem Buch 'Im Schatten der Drohnen' getan, was ich geschrieben habe [...]"

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Die komplette, rund 76-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

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