"Warum macht er das?": Markus Lanz rätselt über Auftritt von Kanzler Merz
Hamburg/Berlin - Wieder hat die CDU bei einer Landtagswahl eine historische Niederlage eingefahren. Nach der bitteren Klatsche in Sachsen-Anhalt fliegen die Christdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern sogar aus dem Parlament. Vor den TV-Kameras bemühte sich Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) am Sonntagabend um Schadenbegrenzung. Die Rede war wenige Stunden später auch Thema von Markus Lanz (57).
So ließ der Moderator eine Passage einspielen, wo der Regierungschef seine angestrebten Reformen als "Mittel gegen das autoritäre Gift" bezeichnete und Rücktritts-Spekulationen zugleich eine Absage erteilte, weil es "Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld" brauche.
Der Auftritt sorgte bei Lanz für Fragezeichen: "Warum macht er das?", wollte der Gastgeber wissen. "Für mich hat das auch was Verzweifeltes, wenn ich das mal vorwegschicken darf [...]."
Darauf erklärte der anwesende Springer-Journalist Michael Bröcker (49): "Jetzt war die Strategie, dass er selbst sagt, ich verknüpfe mein Amt mit den Reformen, bevor irgendeiner seinen Kopf fordern kann. [...]" Er betont jedoch: "In Wahrheit ist die Instabilität in dieser Bundesregierung mit seiner Person verbunden."
Bröcker verwies auf eine Analyse der Forschungsgruppe Wahlen, wonach nur ein Prozent der Befragten (auch unter der CDU-Anhängerschaft) angaben, dass Merz für das Abschneiden der CDU hilfreich sei. "Ich glaube nicht, dass die Basis das einfach alles jetzt so schluckt", prophezeite der 49-Jährige im Hinblick auf das miserable Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern.
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Titelfoto: ZDF/Markus Hertrich
