Hamburg/Wolfsburg - Die VW-Krise stand am Donnerstagabend im Fokus von Markus Lanz (57). Dafür war unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD) im Studio zu Gast, der als zentrales Mitglied auch im Aufsichtsrat sowie dem Präsidium von Volkswagen sitzt. Mit einem bestimmten Wort machte der Politiker den Moderator während der Sendung hellhörig.
Zunächst sagte Lanz: "Anfang Oktober kam die Meldung, dass VW fast alle Tarifverträge gekündigt und einen Sparplan beschlossen hat. Können Sie mal aufklären, worum es da geht?", wollte er von dem Sozialdemokraten wissen.
Darauf führte Lies aus, dass im Rahmen des VW-Zukunftspaketes die Frage der Beschäftigung geklärt werden müsse. Für eine Verhandlungsoption gegenüber Gewerkschaft und Mitarbeitern habe sich der Volkswagen-Vorstand für eine Kündigung der Tarifverträge entschieden.
Der SPD-Mann betont: "Es ist nur ein Aspekt. Der andere Aspekt ist, wie man effizienter im Unternehmen wird und man die richtigen Modelle kriegt. [...]" Sofort musste Lanz eingreifen: "Bei 'effizienter' werde ich immer nervös, wenn ich das höre. Das bedeutet, dass Leute ihre Arbeit verlieren können", stellte er klar.
Lies musste einräumen: "Die Debatte ist natürlich da." Es müsse die Struktur der Beschäftigung und das damit erzielbare Ergebnis in den Vergleich zu anderen Konzernen gesetzt werden. "Das ist eben ein Wirtschaftsunternehmen und da ist der Druck im Moment unglaublich groß."
Niedersachsens MP Olaf Lies über bedrohte Arbeitsplätze: "Zahl von 50.000 steht im Raum"
Lanz legte in Richtung des Politikers nach: "Sie wissen, welche Frage Sie gerade provozieren: Um wie viele Jobs geht es?"
Darauf Lies: "Also die Botschaft im Moment ist, dass die Zahl von 50.000 im Raum steht, von denen etwa 25.000 [Arbeitsplätze] in Deutschland sind [...]." Es müsse geschaut werden, wo eine Personaleinsparung wirklich sinnvoll ist, so der 59-Jährige. "Es hilft ja nichts, wenn ich den Entwickler an der einen Stelle spare und ihn dann als Dienstleister wieder einkaufe."
Es sei die Aufgabe der Verhandlungen, herauszufinden, ob die genannten Zahlen tatsächlich zur Realität werden müssen.
Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.