MDR legt Dresdner "Tatort" und Magdeburger "Polizeiruf 110" drei Jahre auf Eis: Jetzt spricht Jan Josef Liefers Tacheles

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Berlin - Drei Jahre keine neuen Folgen aus Dresden und Magdeburg: Der Sparkurs des MDR bei "Tatort" und "Polizeiruf 110" stößt auch Schauspieler Jan Josef Liefers (62), dessen Münsteraner "Tatort" seit Jahren zu den großen Publikumsmagneten der ARD gehört, übel auf.

Jan Josef Liefers (62) verkörpert im Münsteraner "Tatort" die Rolle des Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne.
Jan Josef Liefers (62) verkörpert im Münsteraner "Tatort" die Rolle des Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Das habe ich gar nicht verstanden", erklärte der Schauspieler im Podcast "Lanz + Precht" mit Blick auf den Rotstift für andere Ermittler-Teams.

Der MDR begründet die Produktionspause mit finanziellen Problemen. Die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags habe eine Finanzierungslücke hinterlassen. Deshalb sollen in den kommenden drei Jahren keine neuen Folgen der beiden Krimireihen produziert werden.

Doch Liefers zweifelte offenbar schon daran, dass es wirklich bei drei Jahren bleibt. Hinter dem Wort "Pause" könnte seiner Ansicht nach am Ende etwas ganz anderes stecken: "Wir lassen das." Ausgerechnet bei diesen Formaten zu sparen, leuchtete dem Boerne-Darsteller nicht ein. Für ihn gehören "Tatort" und "Polizeiruf" zum "Tafelsilber der ARD".

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Noch heftiger fiel seine Reaktion im politischen Zusammenhang aus. "Man würde doch denken, dass es eher die totalitäre AfD wäre, die solche rabiaten Dinge tut", fand Liefers deutliche Worte.

Gemeint ist damit die Debatte über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Sachsen-Anhalt. Die AfD will dort im Falle einer Regierungsmehrheit Rundfunkverträge kündigen. Im Podcast wurde auch über die anstehende Landtagswahl am 6. September gesprochen.

Für Liefers ergab sich daraus eine bemerkenswerte Situation: Noch bevor eine mögliche AfD-Regierung überhaupt über die Zukunft des Rundfunks entscheiden könnte, streicht der öffentlich-rechtliche Sender selbst prominente Produktionen zusammen.

Jan Josef Liefers hängt auch persönlich am "Polizeiruf"

Der Schauspieler stammt aus Dresden und wuchs in der DDR auf.
Der Schauspieler stammt aus Dresden und wuchs in der DDR auf.  © David Inderlied/dpa

Auch Markus Lanz (57) zeigte wenig Verständnis für die Entscheidung. Für ihn ist der Vorgang ein Hinweis darauf, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk grundsätzlich reformieren müsse. Gerade wenn für Programme viel Geld zur Verfügung stehe, müsse die Frage erlaubt sein, warum ausgerechnet prägende Formate nicht weitergeführt werden könnten.

Bei Liefers dürfte das Thema noch einen weiteren Nerv treffen. Der Schauspieler stammt aus Dresden und wuchs in der DDR auf. Dort gehörte der "Polizeiruf 110" bereits zum Fernsehprogramm. Dass die Reihe die Wiedervereinigung überstand und später auch im gesamtdeutschen Fernsehen erfolgreich blieb, hob Liefers im Podcast ausdrücklich hervor.

Nun trifft der Sparkurs neben dem Dresdner "Tatort" auch den Magdeburger "Polizeiruf". Für Liefers sind solche Krimis offenbar längst mehr als gewöhnliche Fernsehunterhaltung. Den "Tatort" bezeichnete er als "das letzte große deutsche Lagerfeuer".

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Und ob dieses Feuer nach drei Jahren in Dresden und Magdeburg tatsächlich wieder angezündet wird, ist keineswegs sicher: Die Produzenten des Dresdner "Tatort" erklärten bereits, bislang keine verbindliche Zusage für eine Wiederaufnahme erhalten zu haben.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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