Wuppertal - Gina Rühl (26) ist eine Kämpferin: Sieben Jahre, nachdem die einstige "Miss Germany"-Finalistin bei einem Bike-Unfall ihren linken Arm verlor, dreht sie wieder Runden auf dem Motorrad.
Dass dieser Tag einmal kommen wird, habe sie nach "allem was passiert ist" selbst nicht mehr für möglich gehalten, wie Rühl in einem neuen Instagram-Beitrag offen und ehrlich zugab. Eigentlich dachte sie, "dass dieses Kapitel für mich einfach vorbei ist".
Angst und Zweifel bestimmten nach dem Horror-Crash ihre Gedanken. Jetzt hat sie es geschafft: "Und heute bin ich gefahren", schrieb die "einarmige Prinzessin" voller Stolz zu dem Clip, der sie beim Fahren einer Motocross-Maschine auf einer Wiese zeigt.
Das Bike wurde extra so konzipiert, dass Rühl es mit ihrer Prothese und nur einem Arm bedienen kann. Und die Blondine könnte kaum glücklicher sein.
Allein die Testfahrt habe ihr bereits ein "verdammt großes Gefühl von Freiheit" beschert.
"Es ist so krass, dass etwas, das sich so lange unmöglich angefühlt hat, plötzlich wieder Realität ist. Nicht, weil die Angst weg war – sondern weil ich gelernt habe, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, es trotzdem zu versuchen", stellte sie klar.
"Einarmige Prinzessin" Gina Rühl feiert Meilenstein: "Unbezahlbar!"
Für alle Hater, die ihr auch diesmal wieder boshafte Texte in ihr Postfach spülten, schob die Wuppertalerin gleich noch eine deutliche Botschaft hinterher. Sie werde sich "niemals dafür rechtfertigen", Dinge auszuprobieren, die sie glücklich machen.
Zu ihrem jüngsten Meilenstein merkte sie vielsagend an: "Heute habe ich mir ein Stück von meinem alten Leben zurückgeholt. Und das fühlt sich unbezahlbar an."
Die funkelnden Augen unter ihrem Helm sprechen diesbezüglich wohl für sich.
Seit der Amputation im Herbst 2009 trägt Rühl eine spektakuläre Roboter-Prothese. Auf ihren Kanälen zeigt die "einarmige Prinzessin" seitdem, wie herausfordernd der Alltag mit nur einem Arm bzw. der Technik manchmal sein kann.
Vor allem möchte sie mit ihrer Internet-Präsenz aber eines: anderen eingeschränkten Menschen Mut machen.