Star-DJ erklärt: So schön ist das Tour-Leben, aber diese schlimmen Folgen hat es!

Amsterdam - Für viele ist es der Traum schlecht hin: Als DJ um die Welt touren, vier-, fünfmal die Woche wilde Partys feiern und dafür fürstlich bezahlt werden. Dass aber nicht alles Gold ist, was glänzt, hat jetzt Sam Feldt (29) erklärt.

Sam Feldt (29) ist Niederländer, hat aber mehr Auftritte in aller Welt als in der Heimat.
Sam Feldt (29) ist Niederländer, hat aber mehr Auftritte in aller Welt als in der Heimat.  © Cindy Ord/Getty Images for SiriusXM/AFP

Von Null auf Hundert startete der sympathische DJ aus den Niederlanden im Jahr 2015 durch: Sein Remix des 90er-Klassikers "Show Me Love" landete in Deutschland auf Platz 39 der Charts, in anderen Ländern kletterte der Niederländer sogar bis in die Top Fünf. Seitdem ist Sam Feldt weltweit angesagt und deshalb überall dort gebucht, wo Leute zu Housemusik Partys feiern.

Am gestrigen Donnerstagabend erklärte der 29-jährige Berufs-DJ nun "sieben der Vorteile, die das Leben auf Tour lohnenswert machen".

Der erste Punkt auf seiner Liste ist dabei - natürlich - das Reisen. Er nennt es "einen der offensichtlichsten Vorteile": "Von Ibiza bis Miami, von Tokio bis New York – die Welt ist Dein Spielplatz. Du lernst neue Kulturen, Lebensmittel und Menschen kennen", so Feldt auf Twitter.

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Der zweite Punkt liegt ebenso auf der Hand: Es sind die Fans. Und der DJ geht noch weiter, er freut sich vor allem über "Superfans, die Dir zu jeder Show folgen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Vervollständigt wird die Aufzählung durch Status-Mitgliedschaften bei Fluggesellschaften, Übernachtungen in Premium-Hotels, für die die Event-Veranstalter zahlen, und dem "finanziellen Anreiz".

"Seien wir ehrlich", schreibt Feldt: "Ein erfolgreicher DJ kann seinen Lebensunterhalt mit Tourneen, Festivals und Residencys gut verdienen."

Sam Feldt erklärt weitere Vorteile, das DJ-Leben zu leben

Weiter ist für den Niederländer der Kontakt zu "Gleichgesinnten aus der Branche" wichtig: "Dies eröffnet Dir Möglichkeiten für Kooperationen, Partnerschaften und mehr", erzählt er vielversprechend.

Erst an sechster Stelle folgt "kreative Freiheit". Er möge die Möglichkeit, mit seiner Musik herumzuspielen. "Du kannst mit neuen Tracks und Ideen experimentieren. Diese kreative Freiheit hält Deine Musik frisch und interessant."

Zu guter Letzt schreibt Feld, es sei die Verwirklichung eines Traums: "Es ist eine Chance, jeden Tag das zu tun, was man liebt. Auf der Bühne zu stehen und für Fans Musik zu spielen, ist ein unvergleichliches Erlebnis. Es ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich, seinen Traum zu leben."

Was er mit "nicht immer einfach" meint, erklärt der berühmte Produzent auch auf dem Kurznachrichtendienst.

Diese Schattenseiten bringt das permanente Tour-Leben als DJ mit sich

Der DJ meldet sich regelmäßig in den Sozialen Netzwerken - und auf den Bühnen - bei seinen Fans.
Der DJ meldet sich regelmäßig in den Sozialen Netzwerken - und auf den Bühnen - bei seinen Fans.  © Montage: Max Patzig (2), Screenshot/Instagram/SamFeldt

Denn Sam Feldt ist keiner, der sich für seinen Erfolg feiert und den Bezug zur Realität verliert. Vor wenigen Tagen bereits klärte der DJ auf: "Es sieht glamourös aus, hat aber eine verborgene, dunklere Seite."

Er berichtet von Einsamkeit - "nicht nur auf Tour, sondern auch, wenn Du nach Hause kommst". Freunde und Familie "passen nicht in den Lebensstil", man sei nicht synchron.

Das Leben sei teuer. Feldt gibt viel Geld aus, etwa für Studiomiete, Angestellte, sein Management und Marketing. "Es mag so aussehen, als würde viel Geld reinkommen, aber es kostet auch eine beträchtliche Summe, diesen Namen zu pflegen und auszubauen", so der 29-Jährige.

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Er spricht auch die Wahrheit ganz unverblümt an: "Es ist anstrengend." Er reise durch zig Zeitzonen, fliegt dabei oft am Tag, muss nachts arbeiten. "Man muss jede Nacht Energie mitbringen, genau wie am Abend zuvor."

Zudem sei der Alltag sehr ungesund. Der Musiker spricht nicht nur von Alkohol, auch die langen Nächte, langen Flüge und "der Mangel an selbstgekochtem Essen" sei belastend. Die Folge: "Die körperliche und geistige Gesundheit verschlechtert sich."

Leben als DJ: So unschön kann es sein!

Sam Feldt erklärt weiter, dass es mühsam sei, seinen Namen zu pflegen und Fans bei der Stange zu halten. Er führt aus: "Produzenten sind ununterbrochen im Studio und fühlen sich dort am wohlsten. DJs sind pausenlos im Club und fühlen sich dort am wohlsten. Stell Dir vor, Du wärst beides." Man sei nur so relevant wie sein letzter Auftritt. Man müsse dauernd weitermachen und abliefern.

Zudem beklagt sich der 29-Jährige über einen hohen Wettbewerbsdruck. "Neulinge versuchen immer, Deinen Platz einzunehmen."

Als Fan würde man nur ein Prozent dessen sehen, was das DJ- und Produzenten-Leben ausmache. "Das Leben ist nicht voller Aufregung", weiß Feldt.

Er schließt deutlich ab: "Letzten Endes ist DJ zu sein wie jeder andere Job auch. Du musst hart arbeiten, Beziehungen pflegen und Dich anstrengen, um mit den aktuellen Trends Schritt zu halten. Ich bin dankbar, das tun zu können, was ich liebe, aber es gibt eine dunklere Seite, die die meisten Menschen nicht sehen."

Es ist selten, dass Künstler so offen über die Branche sprechen und das Leben darin zum Thema machen. Auf Twitter wird Sam Feldt dafür gefeiert. Er erhält viel Zuspruch für beide Threads, einige seiner Kollegen pflichten ihm sogar ganz offen bei.

In dieser Woche spielt der Niederländer innerhalb von vier Tagen vier Shows in gleich vier verschiedenen US-Bundesstaaten. Bleibt zu hoffen, dass dieses Pensum keine schwerwiegenden Folgen hinterlässt.

Titelfoto: Montage: Max Patzig, Cindy Ord/Getty Images for SiriusXM/AFP

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