Schwere Vorwürfe gegen Til Schweiger: Mitarbeiter sprechen von Gewalt und Mobbing

Hamburg – Heftige Anschuldigungen gegen Deutschlands Vorzeige-Filmstar Til Schweiger (59): Mitarbeiter werfen ihm Schikane und Gewalt am Set vor! So reagiert der Schauspieler.

Gegen den Schauspieler und Regisseur Til Schweiger (59) werden schwere Vorwürfe laut.
Gegen den Schauspieler und Regisseur Til Schweiger (59) werden schwere Vorwürfe laut.  © Christian Charisius/dpa

An einem Donnerstag im Juli 2022, einem Drehtag seines im März dieses Jahres erschienenen Kinofilms "Manta Manta – Zwoter Teil", sollen die Mitarbeiter am Dortmunder Set per Funk Warnungen erhalten haben, berichtet aktuell der Spiegel.

Die Alarmierung war wohl sehr klar: Schweiger sei so betrunken, dass man sich am besten von ihm fernhalten solle. Man solle ihm vor allem nicht in die Augen schauen und ihm einfach aus dem Weg gehen, so heißt es weiter.

Scheinbar hätte der damalige Dreh planmäßig um 11 Uhr vormittags beginnen sollen. Doch als Schweiger, der sowohl als Schauspieler als auch Regisseur bei der Produktion tätig war, vor Ort eintraf, wäre schnell klar gewesen: Er wird auf keinen Fall drehen können.

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Vier Augenzeugen haben laut dem Spiegel unabhängig voneinander berichtet, dass der Filmemacher geschwankt und gelallt habe: "Man merkte sofort, dass er aggressiv war", berichtete einer von ihnen.

Das darauffolgende Szenario wurde von vielen Teammitgliedern als "Schock" beschrieben. Schweiger soll auf einen hochrangigen Mitarbeiter von der Produktionsfirma Constantin Film losgegangen sein, weil dieser sich ihm in den Weg gestellt habe, um ihm zu erklären, dass er in diesem Zustand nicht arbeiten könne.

Schlägereien am Set? Mehr als 50 Zeugen liefern Einblicke

50 Zeugen sprachen mit dem Spiegel, um die mutmaßlichen Gewalttaten Schweigers ans Licht zu bringen.
50 Zeugen sprachen mit dem Spiegel, um die mutmaßlichen Gewalttaten Schweigers ans Licht zu bringen.  © Henning Kaiser/dpa

Schweiger habe daraufhin ein Gerangel angezettelt und gebrüllt, dass er den Mitarbeitenden "kaputt" hauen wolle. Er habe dem Angestellten sogar ins Gesicht geschlagen, so lauten zumindest die Vorwürfe.

Den Zeugen des Vorfalls zufolge hätten anschließend Crew-Mitglieder dazwischen gehen wollen, um den Schauspieler zu bremsen.

Das sei jedoch nicht das einzige Vorkommnis dieser Art gewesen. Mehr als 50 Personen haben mit dem Spiegel gesprochen. Schon vorher hätte es häufiger Drehtage gegeben, an dem Schweiger betrunken und handgreiflich gewesen sein soll. Er habe Mitarbeiter sogar immer wieder drangsaliert, heißt es.

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Die Betroffenen erzählen auch, dass am Set häufiger Beleidigungen wie "Wichser" oder "Fotze" gefallen seien. Bei Unzufriedenheit hätte der 59-Jährige seine Mitarbeitenden gerne auch mal als "scheiße" bezeichnet.

Eine Betroffene schildert: "Das Set war eine einzige Wolke aus Angst, gefühlt hat sich niemand getraut zu atmen." Bis heute zittere sie, wenn sie daran denke, dass Schweiger sie einst fertig gemacht habe, wenn das Bier, was sie ihm habe bringen sollen, nicht kalt war.

Til Schweiger dementiert die Vorwürfe

Bis jetzt widerspricht Schweiger allen Anschuldigungen. Eine Anwältin des Regisseurs teilte dem Spiegel mit, ein Teil der Sachverhalte sei ihrem Mandanten "nicht bekannt".

Ihr zufolge unterstelle da jemand angebliche Sachverhalte, die es nicht gegeben hätte. Der Spiegel sei "offenbar nicht umfassend informiert worden".

Seit Jahren würden schließlich Gerüchte kursieren, die zu Unrecht als "tatsächlich dargestellt werden würden", so die Anwältin.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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