Berlin - Popsänger Tim Bendzko (40, "Nur noch kurz die Welt retten") hat sich zu existenziellen Fragen wie steigenden Mieten geäußert. Zudem sprach er über persönliche Veränderungen und das Älterwerden.
"Aber natürlich fragt man sich auch, wie man seine Miete bezahlt", sagte Bendzko dem Portal "web.de", Er machte deutlich, dass finanzielle Sicherheit selbst für bekannte Künstler nicht selbstverständlich seien.
Gerade in kreativen Berufen seien Einkommen oft unregelmäßig, während feste Ausgaben konstant blieben. Die Miete müsse unabhängig davon gezahlt werden, ob gerade neue Projekte anstünden oder Einnahmen flössen.
Der Musiker verwies darauf, dass diese Realität häufig unterschätzt werde. Nach außen wirke das Leben von Musikern privilegiert, tatsächlich seien viele gezwungen, langfristig zu planen und mit Unsicherheiten umzugehen.
Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum betreffe dabei nicht nur junge Menschen am Anfang ihrer Laufbahn, sondern auch etablierte Künstler. Bendzko beschrieb das als strukturelles Problem, das zunehmend belaste.
"Künstler würden mehr mit ihrer Musik erwirtschaften, wenn sie keine Musik mehr machen würden", erläuterte der 40-Jährige weiter im Interview und brachte damit seine Frustration über die wirtschaftliche Situation auf den Punkt. Steigende Mieten verschärften diese Lage zusätzlich.
Tim Bendzko ist heute gelassener
Neben den finanziellen Aspekten sprach Bendzko, der im April vergangenen Jahres 40 wurde, auch über persönliche Veränderungen im Laufe der Jahre.
Die Frage, ob die Zahl Druck auf ihn auslöse, verneinte der Sänger: "Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Das hat total viel gelöst." Bei ihm sei stattdessen eine größere Gelassenheit eingekehrt.
"Das Gefühl, ein bisschen leichter durchs Leben gehen zu können, habe ich wirklich ungelogen an dem Tag meines 40. Geburtstags gelernt", verriet der Vater eines Sohnes, der sein Privatleben bislang weitgehend abschirmte: "Das ist schon ein bisschen klischeehaft. Aber mit der Angst vor dem Älterwerden habe ich nicht viel am Hut."
Am Freitag (23.1.) bringt Bendzko sein sechstes Album "Alles, nur nicht zurück" heraus, auf dem er über den Mut zur Veränderung, private Neuanfänge und das Scheitern seiner Ehe singt.