London - Fast 30 Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana (†36) blickt ihr Bruder Charles Spencer (62) auf jene Tage zurück, die sein Leben für immer verändert haben. In seinem neuen Buch macht er König Charles (77) schwere Vorwürfe.
In seinem Werk "Swan Song: Diana, My Sister" beschreibt Spencer die Stunden nach dem tödlichen Unfall in Paris - und seine persönlichen Begegnungen mit dem damaligen Prinzen Charles.
Spencer befand sich im August 1997 in seinem Haus in Kapstadt (Südafrika), als ihn zunächst seine Schwester Jane über den Unfall informierte. Wenig später erfuhr er, dass Diana verstorben war. Das Telefon habe daraufhin ununterbrochen geklingelt. Unter den Anrufern war auch Charles.
Die Erinnerung an dieses Gespräch ist für Spencer bis heute von großer emotionaler Bedeutung. Charles habe angesichts der entsetzlichen Tragödie auffallend gelöst geklungen.
Spencer schreibt: "Im Gegensatz zu den anderen Anrufern, die fassungslos und kaum in der Lage waren, ihr Beileid in Worte zu fassen, klang er überaus beschwingt - wie ein Lottogewinner, dachte ich damals."
Dianas Söhne William und Harry waren damals erst 15 und zwölf Jahre alt. "Er teilte mir mit, dass er die Jungs gleich am Morgen in ihren Schlafzimmern in Balmoral über den Tod ihrer Mutter informiert hatte. Angesichts des Ausmaßes der Tragödie klang das alles seltsam sachlich", sagte Spencer gegenüber People.
"Wenn ich jetzt zurückblicke, vermute ich, dass die erste Reaktion des Prinzen darin bestanden haben muss, darüber nachzudenken, wie dieses Ereignis ihm den Weg ebnen könnte, die Frau zu heiraten, die er liebte, anstatt den Verlust einer Person zu betrauern, die er nicht liebte", fuhr Spencer fort.
Damit bezog sich der Earl auf die Beziehung des Prinzen zu seiner heutigen Ehefrau, Königin Camilla (79), mit der er seit 20 Jahren verheiratet ist.
Hatte Prinz Charles einen Wutausbruch am Telefon?
Nach Spencers Darstellung eskalierte außerdem ein anschließendes Telefonat mit Charles. "Er ließ seinem Wutausbruch freien Lauf, ohne dass ich ihn unterbrach. Dann hielt er inne. Ich nahm an, die Pause sei ein Versuch, sich wieder unter Kontrolle zu bringen, doch dann ließ er am Telefon all das heraus, was ich schon immer als seine aufgestaute Verachtung für Diana und sein Entsetzen darüber empfunden habe, dass die Welt von ihrem Tod so überwältigt war.
"'Seien Sie versichert', zischte er, 'wir werden sie bald genug vergessen!'", schrieb Spencer und ergänzte: "Ich war so fassungslos, dass ich ein paar Sekunden brauchte, um zu antworten. 'Ich kann nicht glauben, dass Sie das gerade gesagt haben', sagte ich trocken, bevor ich auflegte."
Der Buckingham-Palast hat sich zu den heftigen Vorwürfen bislang nicht offiziell geäußert.