30 Jahre Kommando Spezialkräfte: "Dahin, wo es weh tut und Menschen sterben können"

Calw - Das Kommando Spezialkräfte (KSK) ist die geheimste Truppe der Bundeswehr und wohl zugleich ihre umstrittenste. Immer wieder geraten die Eliteeinheit selbst sowie bereits ausgeschiedene Mitglieder in die Schlagzeilen. In diesem Jahr feierte das KSK kürzlich sein 30-jähriges Bestehen. Eine neue MDR-Doku gibt nun seltene Einblicke in das Innere der Einheit.

Die Ausbildung zum Kommandosoldaten dauert nach bestandenen Prüfungen des Auswahlverfahrens zwei Jahre. (Archiv)  © Kay Nietfeld/dpa

"Spezialkräfte haben andere Aufgaben als reguläre Bundeswehrsoldaten", erklärt der Militärhistoriker Prof. Sönke Neitzel einleitend. "Also Geiselbefreiungen, scharfe Einsätze, harte Gefechte. Das KSK ist ein robuster Verband, der dahin geht, wo es weh tut, wo Menschen sterben können."

Gegründet wurde die Einheit am 20. September 1996, dabei ursprünglich für die Befreiung deutscher Geiseln im Ausland.

"Wir sind auf alles vorbereitet, aber es gab Momente, die vergisst man nicht so schnell", sagt der Oberstabsfeldwebel und aktive Kommandosoldat mit dem Decknamen Max. "Etwa zu sehen, zu was für abgrundtief abscheulichen Taten ein Mensch in der Lage sein kann."

TV & Shows "Tierisch tierisch" in Stendal: Das geht Doggen-Riese Zeus besonders auf die Nerven

Pro Jahr bewerben sich 150 bis 200 Soldaten für das KSK. Auf sie warten harte, mehrwöchige Eignungstests. Darunter beispielsweise ein Marsch über 20 Kilometer mit 20 Kilogramm Gepäck. Wer für die Strecke über 3,5 Stunden braucht, ist raus. Wer aufgibt, darf danach nie wieder am Eignungstest teilnehmen.

Anzeige
Ursprünglich zur Befreiung deutscher Geiseln im Ausland gegründet, wurde das KSK stattdessen bald in vielen Krisengebieten eingesetzt. (Archiv)  © Marijan Murat/dpa

Vom Ausbilder zur unehrenhaften Entlassung

Im September feierte die von Krisen und Legenden gleichermaßen geprägte Truppe ihr 30-jähriges Bestehen. (Archiv)  © /MDR/SW-Film

"Am Ende des Tages spielt sich das alles im Kopf ab", sagt Philipp Schaaf aus Sachsen. "Es muss halt der Wille da sein, dass ich das wirklich machen will."

Schaaf war jahrelang Ausbilder und Teil der Truppe, wurde 2021 jedoch zu einer zentralen Figur des größten Skandals in der Geschichte der Einheit.

"Ich habe mich immer auf der Seite der Guten gefühlt, aber irgendwann ist die ganze Situation gekippt", sagt Schaaf heute.

TV & Shows Sächsische Feuerwehrmänner plötzlich nackt vor Barbara Schöneberger

Gehortete Munition und Sprengstoff in seinem Garten führten zu seiner Verurteilung vor dem Landgericht Leipzig - und das KSK nach diversen Vorwürfen in Zusammenhang mit Rechtsextremismus endgültig in eine hausgemachte Krise, die nur langsam abebbt.

Schaaf wurde unehrenhaft aus dem Dienst entlassen.

Die komplette Doku mit dem Titel "Geheime Krieger KSK – Die Eliteeinheit der Bundeswehr" seht Ihr ab sofort jederzeit auf Abruf in der ARD-Mediathek.

Mehr zum Thema TV & Shows: