Eine falsche Entscheidung kostet ihn seine Familie: Berkman kennt seine jüngste Tochter nicht

Lingen (Ems) - Es reichte eine falsche Entscheidung und schon geriet das Leben von Berkman komplett aus den Fugen. Weil er dabei geholfen hat, Cannabis von Holland nach Deutschland zu schmuggeln, wird der dreifache Vater zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Das kostete ihn schließlich sogar seine Familie.

Vier Jahre seiner Haftstrafe musste Berkman absitzen.  © ZDF/Manfred Karremann

Denn nur wenige Wochen nach seiner Inhaftierung in der Justizvollzugsanstalt Lingen in Niedersachsen trennte sich seine Frau von ihm, brach den Kontakt nahezu ab. Seine jüngste Tochter, inzwischen knapp vier Jahre alt, kennt Berkman zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch immer nicht, erzählt er in der ZDF-Doku "37 Grad".

Anfangs dachten seine zwei größeren Töchter, zehn und elf Jahre alt, dass ihr Papa arbeiten ist. "Irgendwann muss aber auf den Tisch und gesagt werden: Papa ist eigentlich im Vollzug."

Zu Dreh-Beginn sitzt er seit knapp drei Jahren im geschlossenen Vollzug. Jeder Tag ist wie der andere: 6 Uhr morgens werden die Insassen geweckt, tagsüber gehen die meisten arbeiten, Einschluss ist 19 Uhr.

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Aber Berkman ist ein Vorzeige-Häftling, quasi eine Art Hausmeister auf seiner Etage. Er ist für die Reinigung des Stockwerks und für die Essensausgabe zuständig. Wer diesen Job bekommt, genießt ein gewisses Vertrauen der Vollzugsbeamten.

Dass er mittlerweile gar keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern hat, belastet den Mann. Nur ein einziges Mal habe er zu Beginn seiner Strafe mit ihnen telefonieren können. "Es waren nicht meine fröhlichen Kinder", sie hätten ihn sehr vermisst. Er macht sich natürlich auch Vorwürfe: "Ich glaube, dass ich sie enttäuscht habe."

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"37 Grad": Berkman bekam von seiner Firma eine zweite Chance

Er wurde wegen guter Führung vorzeitig entlassen.  © ZDF/Manfred Karremann

Und so versucht Berkman, sich mit der Arbeit, dem täglichen Hofgang und Sportstunden im Fitnessraum bestmöglich abzulenken. Wegen guter Führung soll er nach vier Jahren Haftzeit vorzeitig entlassen werden.

Einige Monate nach dem ersten Dreh besucht das ZDF-Team Berkman erneut. Es sind nur noch wenige Wochen bis zu seiner Entlassung, er lebt im offenen Vollzug, hat sogar eigene Schlüssel zu seinem Haftraum.

Er darf das Gefängnis jeden Tag verlassen, um mit seinem Auto zur Arbeit zu fahren, verbringt außerdem die Wochenenden schon zu Hause. In der Firma, bei der Berkman bereits vor seiner Haft als Schweißer gearbeitet hat, weiß man, was passiert ist. Weil er ehrlich zu seiner Tat steht, gab man ihm hier eine zweite Chance.

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Das normale Leben draußen kann kommen, doch eines hat sich nicht geändert: "Das Einzige ist, ich kann meine drei Kinder nicht erreichen. Ich habe sie schon mehrmals kontaktiert, aber die Mutter bleibt abweisend", erzählt er - ohne aber schlecht über seine Ex-Frau zu sprechen.

Am Tag seiner Entlassung steht er schließlich allein in seinem Haus, das mittlerweile der Bank gehört - nur die Katze ist ihm geblieben. "Jetzt muss ich da hinterher sein", weiß er. Einen Termin bei der Familienberatung hat er bereits.

Seine Familie ist aber weg, als er nach Hause kommt.  © ZDF/Manfred Karremann

Berkmans Geschichte seht Ihr in der neuen Folge "37 Grad: Im Gefängnis - Das Prinzip Hoffnung" am Dienstagabend ab 22.15 Uhr im ZDF oder schon jetzt im Stream in der Mediathek.

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